Zurück zu den Ursprüngen
Zum 218. Geburtstag Gaetano Donizettis beschenkte seine Heimatstadt Bergamo die Bürger sowie Fans aus aller Welt mit einer Besonderheit: Das nach dem Komponisten benannte Festival und Theater brachten die Originalversion von «Anna Bolena» auf die Bühne, unter Verwendung einer demnächst erscheinenden kritischen Neuedition. Das ehrgeizige Ziel: eine möglichst genaue Rekonstruktion der ersten Aufführungen im Mailänder Teatro Carcano (1830/31). Heute übliche Striche bei den Rezitativen und einigen Nummern wurden wieder geöffnet.
Außerdem besann man sich auf die ursprünglichen Tonhöhen, das Orchester trat in reduzierter, seinerzeit am Teatro Carcano gängiger Besetzung an. Das Ergebnis: eine bald vier Stunden währende Fassung, die an zwei Abenden für ein ausverkauftes Haus und rauschenden Applaus sorgte. Ein viel versprechender Start für Francesco Micheli, den neuen Leiter des Donizetti Festivals, einen humanistisch tickenden Banker.
Ausschlaggebend für den Erfolg waren vor allem die exzellenten Solisten. Die ehemalige Mozart-Spezialistin Carmela Remigio, die sich inzwischen an Rollen des lyrisch-dramatischen Fachs heranarbeitet, debütierte in der Titelpartie. Mit versierter Technik und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Carlo Vitali
Zwei Meister der Stille und der minimalistischen Reduktion haben in einer ehemaligen U-Boot-Fabrik in Tallinn zu einer Musiktheater-Produktion zusammengefunden (siehe OW 7/2015): der estnische Komponist Arvo Pärt und der amerikanische Theaterkünstler Robert Wilson, der vier Kompositionen Pärts – «Sequentia», «Adam’s Lament», «Tabula rasa» und «Miserere» – zu einer...
Es gibt sie ja, die Regisseure, die statt des ihnen aufgetragenen einen Werks gleich zwei oder drei auf einmal inszenieren. Patrice Chéreau war so einer, der Bedeutungsebenen übereinanderschichtete. Der aktuell bemerkenswerteste Fall ist Stefan Herheim. Und Norweger wie er ist auch der vom Schauspiel kommende Ole Anders Tandberg – der jetzt bei seinem Debüt am...
Herr Bruns, auf Ihrem Facebook-Profil nennen Sie sich «Benjamin Frodo Bruns». Wie kommt denn das?
Ich bin bekennender Science-Fiction- und Fantasy-Fan. Außerdem sah ich im Bayreuther «Kinder-Parsifal» ja wirklich aus wie Frodo aus dem «Herrn der Ringe» – und Andreas Hörl als Titurel wie Gandalf. Ich habe Tolkiens Trilogie so mit 14, 15 Jahren innerhalb von zehn...
