Zum Wohlfühlen
Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo in Strauss’ «Arabella». Eine Vielseitigkeitsoffensive ist, was Daniel Behle da unternimmt. Der Mann positioniert sich auf dem Markt, lässt nichts einfach so geschehen.
Und auch wenn schon der Lohengrin durch seine Pläne geistert: Behles sechste, gerade erschienene CD dokumentiert, wo er sich ausgesprochen wohlfühlt – bei Bach.
Es muss kein Argument sein gegen den Weg dieses lyrischen Tenors zu Heldischerem. Aber auffallend ist schon, wie entspannt und ungezwungen sich die Stimme durch die kniffligen Passagen dieser Kantaten- und Oratorien-Arien bewegt. Spielerisch wird das obere Register in «Ermuntre dich» angetupft. Die heiklen hohen Haltenoten im (zu langsamen) «Erwäge» klingen nie nach Grenze. Und die von Kollegen sonst oft gequetschten i-Vokale im «Benedictus» aus der h-Moll-Messe können dank kluger ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Markus Thiel
Salzburg
Wagner bei den Salzburger Festspielen, das war eher selten – und meist etwas Besonderes. Etwa als Toscanini «Die Meistersinger» dirigierte. Im Wagner-Jahr 2013 nimmt sich nun Daniele Gatti dieses Stück vor, Stefan Herheim (Foto) inszeniert. Michael Volle singt den Hans Sachs, Roberto Saccà den Stolzing.
Aix-en-Provence
Wenn Patrice Chéreau Oper inszeniert,...
Die Königin der Nacht: mochte sie nicht («Keine Chance, aus der Figur etwas zu machen», sagte sie unlustig im Vorfeld der Salzburger «Zauberflöte» von Achim Freyer im Jahr 1997). Blondchen: mochte sie auch nicht. Überhaupt: Es gebe sehr wenige Rollen für sie, mit ihrer kleinen Stimme. Und jetzt, mit 48, denkt sie ans Aufhören. Juliette? Lucia? Adina? «In meinem...
Es gab wohl kein Zurück mehr. Als Katharina Wagner, die vorgesehene Regisseurin, ihre Arbeit niederlegte, bevor die Proben beginnen konnten, hätte die Intendanz des ruhmreichen Teatro Colón in Buenos Aires, das sich auf eine lange Wagner-Tradition berufen kann, das Projekt einer Kurzfassung des «Ring des Nibelungen» noch einmal überdenken können. Doch zu sehr war...
