Zum Wohlfühlen
Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo in Strauss’ «Arabella». Eine Vielseitigkeitsoffensive ist, was Daniel Behle da unternimmt. Der Mann positioniert sich auf dem Markt, lässt nichts einfach so geschehen.
Und auch wenn schon der Lohengrin durch seine Pläne geistert: Behles sechste, gerade erschienene CD dokumentiert, wo er sich ausgesprochen wohlfühlt – bei Bach.
Es muss kein Argument sein gegen den Weg dieses lyrischen Tenors zu Heldischerem. Aber auffallend ist schon, wie entspannt und ungezwungen sich die Stimme durch die kniffligen Passagen dieser Kantaten- und Oratorien-Arien bewegt. Spielerisch wird das obere Register in «Ermuntre dich» angetupft. Die heiklen hohen Haltenoten im (zu langsamen) «Erwäge» klingen nie nach Grenze. Und die von Kollegen sonst oft gequetschten i-Vokale im «Benedictus» aus der h-Moll-Messe können dank kluger ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Markus Thiel
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