Willkommen im Paradies
Die Schubertiade feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Seit 1976 trifft hier die Crème de la Crème des Liedgesangs und der Klavier- und Kammermusik auf ein internationales Publikum, stets verbunden mit dem Anspruch, «die Werke Franz Schuberts in einem kleinen Rahmen auf exemplarische Weise zur Aufführung zu bringen», wie ihn Festivalgründer Hermann Prey weiland formulierte. Vor allem ihm zu Ehren wurde in diesem Sommer die erste Schubertiade in Hohenems «rekonstruiert».
Auf der Bühne des Markus Sittikus-Saals, der 1913 als Turnhalle erbaut wurde und heute Platz für 300 Menschen bietet, steht der Bariton Konstantin Krimmel. Er singt, von Ammiel Bushakevitz am Flügel begleitet, exakt jenes Programm, mit dem Prey, auf dem Zenit seines Könnens wie seiner Popularität, und Leonard Hokanson seinerzeit das Festival eröffnet hatten, unter dem Motto «Ein Leben in Liedern». Im Saal herrschen ideale Bedingungen, die Atmosphäre ist frühsommerlich heiter: ein ländliches Idyll, vom Lärm der Welt, von ihren Eitelkeiten entrückt. Prey hatte sich vor 50 Jahren in den Kopf gesetzt, Schuberts Gesamtwerk chronologisch aufzuführen, doch diese Idee erwies sich als nicht praktikabel. 1980 zog ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Magazin, Seite 88
von Regine Müller
Abschiede schmerzen. Besonders dann, wenn es sich bei der abschweifenden Person um die Angebetete handelt, mit der man noch wenige Minuten zuvor traulichvertraut beieinanderlag. Dem Titelhelden von Händels «Rinaldo» ist das Missgeschick, ausgelöst durch Armidas rustikales Eingreifen, widerfahren, Almirena (für immer und ewig?) aus seinem Gesichtskreis entschwunden....
Georges Bizets «Carmen» ist vielleicht das am gravierendsten verkannte Repertoirestück. Seit 1908 sind weit über 200 Gesamteinspielungen erschienen. Keine einzige wird dem Geist dieser «Operette mit tödlichem Ausgang», wie Bizet selbst sein Werk nannte, gerecht. Auch der Versuch zweier renommierter französischer Institutionen, des Palazzetto Bru Zane und der Opéra...
Ein Drama ist’s, ein gar schauerliches dazu. Und gleich in der ersten Strophe von Heines Ballade «Ritter Olaf» werden die katastrophischen Dimensionen dessen, was danach geschieht, schon in Umrissen deutlich: «Vor dem Dome stehn zwei Männer, / Tragen beide rote Röcke, / Und der Eine ist der König / Und der Henker ist der andere.» Und die dritte, möchte man...
