Wie ein glatter goldner Ring

Im deutschen Singspiel und in der französischen opéra-comique setzt das gesprochene Wort die Musik in Gang – Anmerkungen zur Ästhetik und Problematik der Dialogoper

Im altgriechischen Theater war die Verschmelzung von gesprochenem Wort und (improvisierter) Musik selbstverständlich. Drama und Melos, Text und Klang, Sprechen und Singen agierten gleichsam auf Augenhöhe. Erst unter dem Einfluss der durchkomponierten Oper begannen sich die Gewichte zu verschieben: «Prima la musica, poi le parole» – der Titel des Einakters von Antonio Salieri deutet bereits Ende des 18. Jahrhunderts auf einen Paradigmenwechsel.

Andererseits: Von Mozarts «Entführung», Beethovens «Fidelio» und Webers «Freischütz» bis Schönbergs «Moses und Aron» oder Orffs «Antigonae» finden sich etliche Bühnenwerke, die singende Schauspieler und sprechende Sänger fordern. Überlegungen zu einer schwierigen Beziehung


Die durch Gespräch zerrissene Oper ist überhaupt wohl ein Unding, das wir nur aus Gewohnheit dulden.» Dieses vor 200 Jahren von dem Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann ausgesprochene Verdikt mag so manchem Intendanten und Regisseur zupasskommen, wenn er sich im Theateralltag mit den ästhetischen Fallstricken, aber auch mit den aktuellen Besetzungsproblemen der deutschen Spieloper, der französischen opéra-comique oder der Operette auseinandersetzen muss. Der Verlust der Praxis ...

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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Sprechen und Singen, Seite 62
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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