Wie ein glatter goldner Ring
Im altgriechischen Theater war die Verschmelzung von gesprochenem Wort und (improvisierter) Musik selbstverständlich. Drama und Melos, Text und Klang, Sprechen und Singen agierten gleichsam auf Augenhöhe. Erst unter dem Einfluss der durchkomponierten Oper begannen sich die Gewichte zu verschieben: «Prima la musica, poi le parole» – der Titel des Einakters von Antonio Salieri deutet bereits Ende des 18. Jahrhunderts auf einen Paradigmenwechsel.
Andererseits: Von Mozarts «Entführung», Beethovens «Fidelio» und Webers «Freischütz» bis Schönbergs «Moses und Aron» oder Orffs «Antigonae» finden sich etliche Bühnenwerke, die singende Schauspieler und sprechende Sänger fordern. Überlegungen zu einer schwierigen Beziehung
Die durch Gespräch zerrissene Oper ist überhaupt wohl ein Unding, das wir nur aus Gewohnheit dulden.» Dieses vor 200 Jahren von dem Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann ausgesprochene Verdikt mag so manchem Intendanten und Regisseur zupasskommen, wenn er sich im Theateralltag mit den ästhetischen Fallstricken, aber auch mit den aktuellen Besetzungsproblemen der deutschen Spieloper, der französischen opéra-comique oder der Operette auseinandersetzen muss. Der Verlust der Praxis ...
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In der vergangenen Spielzeit machten diese neuen Stücke den stärksten Eindruck: Heinz Holligers «Lunea» nach Nikolaus Lenau in Zürich (die «Uraufführung des Jahres»), Aribert Reimanns «L’Invisible» nach Maurice Maeterlinck an der Deutschen Oper Berlin, Toshio Hosokawas «Erdbeben. Träume» nach Heinrich von Kleist in Stuttgart und Arnulf Herrmanns «Der Mieter» nach...
Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent...
Kaum ein Lyriker wird so sehr mit heimeliger Romantik, gar «von deutscher Seele» (Hans Pfitzner), identifiziert wie Joseph von Eichendorff. Doch das Klischee trügt: Gerade er ist der Dichter des verstörend Vergänglichen, Unheimlichen, und in seiner Welt ist nichts recht geheuer. Zwei Topoi Eichendorffs irritieren denn auch stets aufs Neue: Wasser und Stimmen...
