When Grandma was a little girl
Neben New Orleans, Boston und New York kann Cincinnati auf die älteste Klassikmusiktradition in den Vereinigten Staaten verweisen. Auf deren Höhepunkt etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts hieß die Stadt auch tausende deutsche Immigranten willkommen, die aktiv mithalfen, die einmal geschaffenen kulturellen Werte zu etablieren; noch heute erinnern daran zahlreiche, nach einigen von ihnen benannte Plätze.
Erste orchestrale Aktivitäten gab es seit den 1820er-Jahren, in späteren Zeiten entwuchsen dem Konservatorium von Cincinnati so großartige Sängerinnen und Sänger wie Kathleen Battle, David Daniels oder Tamara Wilson. Von Beginn an kooperierte die 1920 gegründete Opernkompanie mit dem Cincinnati Symphony Orchestra, einem exquisit besetzten Ensemble, das es sich auf die Fahnen schreiben kann, 1912 die US-amerikanische Erstaufführung von Gustav Mahlers Dritter Symphonie realisiert zu haben. Dessen Chefdirigenten waren durch die Bank von erlesener Qualität, dafür stehen Namen wie Leopold Stokowski, Fritz Reiner, Thomas Schippers, Michael Gielen, Jesús López-Cobos und Paavo Järvi. In der Spielstätte des Orchesters, dem wunderschönen Amphitheater am städtischen Zoo, gastierten darüber ...
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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 40
von David Shengold
Sie waren füreinander geschaffen – als Schwester und Bruder, in platonischer Zuneigung verbunden, nie jedoch als Traumpaar à la Sieglinde und Siegmund. Fanny und Felix Mendelssohn bildeten zeitlebens ein nicht nur munter-vergnügtes, sondern darüber hinaus auch innig miteinander verbandeltes Geschwistergespann. Und glaubt man den brieflichen Äußerungen, die zwischen...
Es gibt dieses Bild. Ein Ölgemälde, gemalt hat es Paul von Joukowsky, ein Freund der Familie, im Jahre 1880. Es zeigt die Porträtierte, vor historisierend anmutender Samtportiere, in einem kostbaren Maharadscha-Gewand, als würdevolle Fürstin. Die Haltung ist stolz, der Blick offen, klar, direkt, wenngleich: eine Spur festgehalten, wie der strenge Mittelscheitel,...
Heinz Holligers zweites abendfüllendes Musiktheaterwerk «Lunea» wurde am 4. März 2018 am Opernhaus Zürich uraufgeführt und in der Kritikerumfrage dieser Zeitschrift zur «Uraufführung des Jahres» gewählt. Nachgespielt – das Schicksal vieler Uraufführungen selbst prominenter Komponisten – wurde es bis heute nicht. Es ist eine Großtat Manfred Eichers, nach Holligers...
