Wenn die Blumen Trauer tragen ...
Eine todbringende Gesellschaft ist das, aber lustig anzusehen. Besondere Erheiterung schaffen jene beiden Pferde, welche die Omnibus-Kutsche, eine Vorform des öffentlichen Verkehrs, auf die Bühne ziehen. Die Pferde – nun, es sind keine Pferde, sondern Theatertiere, gespielt von Statisten, die ihre Wartezeiten in eher gekrümmter Körperhaltung und mit gewiss nicht übermäßig viel Sauerstoff durchstehen und sich dabei in ihren liebevoll ausgestalteten Kostümen die Beine vertreten, wie es ihre Vorbilder in natura auch tun.
Wieder einmal gibt es in diesem Eröffnungsbild zu Puccinis Dramma lirico «Manon Lescaut», die das Opernhaus Zürich jüngst ins Programm genommen hat, einen Moment zu erleben, wie es ihn in seiner Überraschungskraft nur live gibt. Am Werk waren dabei nicht nur Theaterpferde, sondern ein Theatertier im wörtlichen Sinn: Barrie Kosky.
Es ist wie immer bei diesem von sprühender szenischer Phantasie lebenden Künstler: Rein äußerlich mag das Bildhafte ausgreifend, vielleicht gar allzu üppig erscheinen, zumal sich die Mitstreiter des Regisseurs – in dieser Produktion Rufus Didwiszus für das diskrete, im entscheidenden Moment aber schlagkräftige Bühnenbild und Klaus Bruns für ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Peter Hagmann, Alexander Dick
Grimmig sieht er aus, der Licht- und Feuerbringer, von Schatten umgeben, verdüstert irgendwie. Doch liest man die Verse, die der Geheimrat Goethe seinem «Prometheus» in die Seele streute, muss man sich nicht wundern. Da fürchtet jemand um den Bestand der Erde, und weil er ein aufrichtiger Geist ist, gibt der an den Kaukasus geschmiedete Menschenfreund dem obersten...
Als Theodor Fontane gefragt wurde, um was es im «Stechlin», seinem letzten Roman, denn gehe, brauchte er nicht viele Worte: «Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.» Der Rest: literarisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles...
Sie können sich aussuchen, wo Sie sitzen wollen. Es ist leider sehr schlecht verkauft», sagt die Platzanweiserin und weist bedauernd auf die spärlich besetzten Reihen des Mecklenburgischen Staatstheaters. Eines steht fest: Mit der aktuellen Produktion von Ethel Smyths Oper «Strandrecht» (die im französischsprachigen Original «Les Naufrageurs» heißt und heute meist...
