Klang der Entsagung
Als Theodor Fontane gefragt wurde, um was es im «Stechlin», seinem letzten Roman, denn gehe, brauchte er nicht viele Worte: «Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.» Der Rest: literarisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen.
Um was geht es im Schlussakt der «Liebe der Danae», Richard Strauss’ vorletzter Oper? Ein Gott ergibt sich in die Ablehnung einer Menschenfrau, die er liebt; die Menschenfrau, Danae, besingt ihr einfaches Glück mit dem Eseltreiber Midas: «Midas’ Hütte, Danaes Reich!» Der Rest: musikalisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen. Mögen zwischen dem Preußen Fontane und dem Bayern Strauss in Mentalität und lokaler Prägung auch Welten liegen, es tun sich Parallelen auf bis hin zur leisen Ironie, die Roman wie Oper durchzieht.
Die Bezüge zu Richard Wagner jedenfalls sind so zahlreich in der «Danae», dass man nicht nur von einer «heiteren Mythologie» sprechen kann wie Strauss im Untertitel des Stückes, sondern eigentlich von einer «heiteren Parodie» – auf die Welt ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Clemens Haustein
Den «Herrlichsten von allen» hätte sie schon gern an ihrer Seite. Aber blinde Schwärmerei? Bedingungslose Hingabe? Vielleicht doch erst mal abwarten. Eine kleine, subtile Doppelbödigkeit klingt mit, wenn Edith Mathis dieses Lied von Robert Schumann gestaltet. Das ist kein singendes Ich, das sich sofort heranschmeißt oder die Realität vergisst. Auch weil später...
In den vergangenen Jahren sind Nikolai Medtners Werke, vor allem seine Stücke für Klavier, zunehmend aus dem Schatten der Werke seines Freundes Sergej Rachmaninow getreten. Als Liedkomponist fand Medtner bislang jedoch wenig Beachtung. Zu Unrecht, wie die Mezzosopranistin Ekaterina Levental und der Pianist Frank Peters in ihrer Gesamteinspielung der mehr als 100...
Man denke sich die Figuren in Händels «Rinaldo« von unsichtbaren Fäden geleitet. Der Spielführer heißt Hinrich Horstkotte; ursprünglich war er Marionettenspieler, nun agiert er als Regisseur. Als überdimensionales Puppentheater auf einer Guckkastenbühne mit Seitenprospekten und Holzboden inszeniert er die Oper bei den Karlsruher Händel-Festspielen. Das ergibt Sinn....
