Weltverbesserer

Über die Inszenierungen von Peter Konwitschny ist spätestens seit seinem Hamburger Klassenzimmer-«Lohengrin» von 1998 viel geschrieben und noch mehr diskutiert worden. Wie entstehen seine Arbeiten konkret? Konwitschnys langjährige Dramaturgin beschreibt Antriebe, Reibungen und Spielregeln einer ästhetisch-politischen Wahrheitssuche

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Wer hätte das gedacht? Dass einer, um den es zeitweilig schon etwas still geworden war, der mit dem Theaterbetrieb, mit der Theaterkunst haderte, wieder zu den stärksten, markantesten Stimmen im Konzert der zeitgenös­sischen Opernregie zählen würde? Im Januar ist Peter Konwitschny 73 Jahre alt geworden, doch von Erschöpfung ist nichts zu spüren.

Im Gegenteil – mit mehreren neuen Inszenierungen hat er in der vergan­genen Saison vieldiskutierte Akzente gesetzt: etwa mit Cherubinis «Medea» in Stuttgart, Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» in Nürnberg und Othmar Schoecks «Penthesilea» in Bonn. Vor allem wegen dieser Produktionen ist Konwitschny, der so konsequent unzeitgeistig wie produktiv die Fahne Brechts und Felsensteins hochhält, zum sechsten Mal «Regisseur des Jahres»


Inszenierungen entstehen auf sehr unterschiedliche Weise, und nicht immer sieht man ihnen an, wie sie zustandekommen. Interessiert das überhaupt? Das Gros des Publikums will vielleicht nicht einmal wissen, ob Inszenieren eigentlich eine Kunst ist oder doch nur ein Handwerk. Haben nicht Rembrandt und Dürer sich selbst als Handwerker gesehen, ihr Atelier als Werkstatt und ihre Meisterschüler als Lehrlinge? Hat sich ...

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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Regisseur des Jahres, Seite 54
von Bettina Bartz

Vergriffen
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In der vergangenen Spielzeit machten diese neuen Stücke den stärksten Eindruck: Heinz Holligers «Lunea» nach Nikolaus Lenau in Zürich (die «Uraufführung des Jahres»), Aribert Reimanns «L’Invisible» nach Maurice Maeterlinck an der Deutschen Oper Berlin, Toshio Hosokawas «Erdbeben. Träume» nach Heinrich von Kleist in Stuttgart und Arnulf Herrmanns «Der Mieter» nach...