Wege zur Kunst
Ein ahnungsloser Reisender wäre vermutlich nachhaltig irritiert, käme er an einem milden Herbstnachmittag am Frankfurter Hauptbahnhof an und würde seinen Weg zu Fuß durch das Bahnhofsviertel in Richtung Willy-Brandt-Platz antreten. Der Pfad zur Kunst, er ist steinig und für zarte Gemüter nicht eben angenehm.
Seit einigen Jahren wächst die Armut und damit auch die Kriminalität gerade in diesem Viertel und steigt auch der Drogenkonsum wieder auf jene Höhe, die Ende der 1980er- und bis Mitte der 1990er-Jahre dazu führte, dass rund 2000 Junkies das Straßenbild bestimmten und sich spätestens mit Beginn der Dunkelheit bei vielen Beteiligten ein Unwohlsein einstellte. Erst mit dem Amtsantritt von Petra Roth änderte sich die Lage. Die resolute CDU-Politikerin sorgte dafür, dass in den Straßen zwischen Kaisersack und Taunusanlage wieder eine anregte «Normalität» herrschte, die der multikulturellen, -ethnischen und -sozialen Vielfalt des Viertels dennoch keinen Abbruch tat. Die Gegensätze – hier Hochfinanz, dort Niedriglohnsektor – blieben bestehen. Und mittendrin gab es da nach wie vor diese wunderbare Glasfront, hinter der die Städtischen Bühnen Frankfurt residierten. Ein Wimmelbild der ...
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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 6
von Jürgen Otten
Auf die Frage nach dem größten und bedeutendsten Tenor lautet die Antwort auch heute noch fast einhellig: Enrico Caruso. Tenöre der jüngeren Vergangenheit, denen dieser Ehrentitel angetragen wurde, verweisen, wie Luciano Pavarotti, auf Caruso als ihren Urahn: «Ganz gleich, welches Jahr man gerade schreibt», urteilte Pavarotti, «Caruso wird immer ein ‹moderner›...
Erinnern wir uns: Es ist kurz nach zehn am Abend, und noch einmal tönt da an diesem trüben Februartag 2018 des Hirten todestraurig klagende Weise, da raunt der getreue Kurwenal seinem der Welt eigentlich schon längst abhanden gekommenen Tristan zu: «Noch ist kein Schiff zu seh’n!» Wird die ihren Geliebten erlösende Isolde je zurückkehren? Wenn ja, dann sicherlich...
Herr Freyer, Sie arbeiten auch im Alter unverändert viel und konzentriert. Wie war Ihr Tag heute?
Er war schöpferisch, aber nur für den Körper und fürs Gemüt. Meine Frau und ich haben einen frühen Spaziergang gemacht, aber da fing es wieder an zu regnen. Man arbeitet ja trotzdem, man kann es gar nicht lassen. Es macht so viel Spaß.
Ist Italien auch für Sie die...
