Vom Geheimtipp zur Bewegung
Was haben eine Aufführung von Charles-Simon Catels Oper Les Bayadères in Sofia mit Noverre-Balletten in der Königlichen Oper Versailles, ein Konzert des Trio Arcardi mit Musik von Gouvry in Shanghai, ein Fauré-Abend der Gebrüder Capuçon in Wien und eine konzertante Berliner Gegenüberstellung von Wagners Fliegendem Holländer in des Komponisten eigener Version und der von Pierre-Louis Dietsch miteinander zu tun? Sie alle wurden inspiriert, betreut und bisweilen auch finanziell unterstützt von einer Stiftung, die seit 2009 in einem kleinen, feinen Palazetto in Venedig residiert.
Dessen Name ist Programm – ein Programm, das sich inzwischen in der europäischen Musikwelt verästelt hat, dieses Jahr besonders im deutschsprachigen Raum Fuß fassen will und längst auch Kontakte nach Asien und Übersee knüpft.
Im ehemaligen Ballhaus der Familie Zane hat die Ärztin Nicole Bru, als Erbin und ehemalige Mitgeschäftsführerin eines Pharmazieunternehmens eine der zehn reichsten Frauen Frankreichs, diskret, aber effektiv ein Zentrum eingerichtet, das die Förderung der französischen Musik des 19. Jahrhunderts beflügeln soll. Denn jenseits von Auber und Massenet, Bizet und Saint-Saëns, Offenbach und ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Reportage, Seite 53
von Manuel Brug
Zur bürgerlichen Kunst der Oper besaß Hanns Eisler, der «Komponist, Weltbürger, Revolutionär», wie ihn Friederike Wißmann im Untertitel ihrer Biografie nennt, ein kritisches Verhältnis: Der hochbegabte Schönberg-Schüler konnte Pathos und demonstrative Erhabenheit nicht ausstehen. Mit Ausnahme der (gescheiterten) Oper Johann Faustus spielte das Musiktheater bei ihm...
I n der Nacht zum 10. November ist der Bundeskulturetat um stolze 100 Millionen Euro gewachsen, acht Prozent, das ist kein bloßer Inflationsausgleich. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nennt seinen achten Erfolg in Serie einen «Glückstag für die Kultur». Kulturförderung sei eben «keine Subvention, sondern eine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer...
Siegfried, Brünnhilde,Wotan: verbrannt. Hagen ersäuft, Gunther erschlagen. Die Bühne dreht um 180 Grad, zeigt die nackte Rückwand der Kulisse. Mit apathischem Blick geht das Volk aufs Publikum zu. Götter, Helden, Bösewichte: alle tot. Und jetzt weiß keiner, wie es weitergeht. «Nur die Götter geh’n zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind», sang einst Konstantin...
