Viva la rivoluzione!

Bellini: Norma MAILAND | TEATRO ALLA SCALA

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Am Ende zerren italienische Freiheitskämpfer ihre Symbolfigur und deren Geliebten vor das Erschießungskommando. Eine Gewehrsalve streckt die Hohepriesterin der Revolution und den Kommandeur der österreichischen Fremdherrscher nieder. Nichts ist es mit dem romantischen Liebestod. Olivier Py verklammert in seiner Inszenierung zwei geschichtliche Momente: die Uraufführung des Bühnenwerks (am gleichen Ort) und die Ankunft des Lombardo-Venetien heftig drangsalierenden k. u. k. Feldmarschalls Radetzky anno 1831. So gerät denn «Norma» zur frühen Risorgimento-Oper.

Die finale Hinrichtung wird nachvollziehbar durch das mörderische Vorgehen der Österreicher. Noch während der Ouvertüre liquidieren sie einen italienischen Patrioten. Die Exekution Normas gilt der vermeintlichen Hochverräterin, die Polliones dem Tyrannen à la Radetzky.

So weit, so schlüssig. Plausibel, aber arg plakativ stilisiert Py die Priesterin zu einer zweiten Medea. Keine Frage, Norma suchen gleiche Motive heim wie die Kindsmörderin des Euripides: Rachedurst der betrogenen Geliebten und die düsteren Zukunftsaussichten der Söhne. Morden aber kann die gallische Priesterin nicht. Inflationär einen Spiegel durch die Gegend zu ...

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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Michael Kaminski

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