Versailles: Von Angesicht zu Angesicht
Zoroastro stapft mit einem Handscheinwerfer an die Rampe und lässt den Strahl über die Ränge wandern. Dagegen dürfte niemand Einwände haben: eine Gelegenheit, den herrlichen Saal in Ruhe zu betrachten, den Louis XV. im Schloss Versailles so widerwillig bauen ließ. Das Publikum folgt mit Ahs und Ohs, auch wenn die Aktion wohl kaum fürs Sightseeing geplant war. Auf der Bühne selbst gibt es eher wenig zu sehen – Regisseur und Ausstatter Eric Vigner hat sie für Händels «Orlando» fast roh belassen.
Zoroastro, Zeremonienmeister, Herr über Licht und Prospekte, kann da nach Belieben für Veränderung sorgen, zum Beispiel mit einem Perlenvorhang, der sich in der Wahnsinns-szene schön verwirbeln lässt. Das dominante Merkmal des Bühnenbilds: ein riesiges iPhone, das im Portal hängt. Sinnig, wenn man bedenkt, wie viel hier tagein, tagaus mit einem ebensolchen geknipst wird. Zoroastro zeigt Orlando darauf ein Video zweier nackter Liebender, die sich lasziv auf einem Bett räkeln. «O imagine funeste», ruft der Ariost’sche Held, solcherart mit den Indiskretionen des YouTube-Zeitalters konfrontiert, und zieht los, zu neuen Liebesgroßtaten. Der szenische Nutzen des Geräts hat sich damit allerdings ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Wiebke Roloff
Mit einem Schrei der Senta wird der Zuschauer in die Pause entlassen. Der Regisseur Alexander Nerlich legte sie auf den Beginn des Finales zum zweiten «Holländer»-Akt, wo der geheimnisvolle Mann erstmals in Sentas Blickfeld tritt, genauer: wie von einer unsichtbaren Macht auf die Bühne geworfen wird. Nerlich geht es in dieser Geschichte vor allem um den Einbruch...
arte
1.1. – 5.00 Uhr
7.1. – 5.10 Uhr
Naganos Kinderlieder.
Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert, neu arrangiert von Kent Nagano und Jean-Pascal Beintus.
1.1. – 18.05 Uhr
Neujahrskonzert 2014
aus dem Teatro La Fenice in Venedig. Orchester und Chor des Teatro La Fenice, Diego
Matheuz. Solisten: Lawrence Brownlee, Carmen Giannattasio.
3./9.1. – 5.00 Uhr
Ein Ball...
Herr Protschka, warum brauchen wir einen Gesangswettbewerb ohne Altersbeschränkungen?
Ein Wettbewerb wie ArtOpera ist wichtig, weil Sängerbiografien nicht so geradlinig verlaufen wie die von Instrumentalisten. Wir Sänger fangen relativ spät an – Ausnahmen wie Anja Silja bestätigen die Regel. Meist geht es erst nach der Pubertät oder nach dem Stimmbruch richtig los....
