Unter heiterem Himmel

Antonio Vivaldis Serenata «La Senne festeggiante» mit Diego Fasolis, dem Orchestre de l’Opéra Royal und vorzüglichen Solisten

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Das Cover ist imposant.

Von einem glutvollen Sonnenstrahl erleuchtet, der sich wie ein göttlicher Schein aufs phallische Zepter legt, schaut «La Seine» – in Gestalt jener mächtigen Statue, die der Bildhauer Étienne Le Hongre anno 1690 schuf – grimmig-nachdenklich auf ein unsichtbares Etwas in der Ferne; erst auf der Rückseite des Booklets wird erkennbar, dass die allegorische Figur auf einer bronzenen Unterlage an der nördlichen Bassin- und Gartenfassade des Versailler Schlosses Platz genommen hat, leicht beschürzt, mit wilder Haarpracht und wallendem Barte, an seiner Seite Schilf und Weinbeeren sowie, zu seinen Füßen, ein hingebungsvoll zu ihm blickender, ebenfalls in Bronze gegossener Putto. Zum Feiern scheint diesem Giganten kaum zumute zu sein.

Und doch ist «La Seine» Teil einer Art Zeremonie: Mit seiner, sehr wahrscheinlich 1725 entstandenen Serenata «La Senna festeggiante» (Die feiernde Seine) auf einen Text von Domenico Lalli huldigte Antonio Vivaldi der Thronbesteigung Louis XV., vermutlich im Auftrag des französischen Botschafters in Venedig, Jacques-Vincent Languet, der sich zwei Jahre zuvor in einem Palazzo auf den Fondamente Nove mit Blick auf die nahegelegene Lagune ...

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Opernwelt 8 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Jürgen Otten

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