Unerfüllte Lust

Hera Hyesang Park und ihr Album «Breathe»

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Ertrinken, /versinken-, / unbewusst- / höchste Lust? Nein, dasdann doch nicht. Wagners «Liebestod» würde Hera Hyesang Park kaum in die Kehle kommen, auch nicht in ihrem neuen, spirituell ausgerichteten Album mit dem Titel «Breathe». Die Natur hat ihr das Hochdramatische nicht mitgegeben, Isolde wäre ein vokaler Drahtseilakt ohne Netz für die lyrische Sopranistin. Doch ein gewisses Gefühl einer unbewussten, zugleich höchsten Lust ist ihr durchaus nicht fremd, wie sie im Booklet andeutet; sie erfuhr diese etwa beim Apnoetauchen. Fülle im Nichts.

Hera Hyesang Park suchte Halt vor den Ängsten der Pandemie im Spirituellen, wollte dabei wohl Phänomene wie die immer stärker wahrgenommenen Nahtod -erfahrungen mit dem geistigen Erbe ihrer koreanischen Heimat verbinden. «Breathe» verstanden als Substantiv «der Atem». Oder auch als Imperativ: «Atme!» Jetzt, in diesem Moment! Schenke die gesamte Aufmerksamkeit dem Augenblick.

Freilich hat der materialistisch aufgeklärte Westen sich wissenschaftlich seit einigen Generationen auf das Sicht- und Greifbare verständigt. Indes scheint diese vermeintliche Sicherheit etwa durch die Quantenphysik erschüttert. Und eine von der Spiritualität des fernen ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 36
von Gerhard Persché

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