Tutti gabbati

Verdi: Falstaff BRÜSSEL | THÉÂTRE DE LA MONNAIE

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Falstaffs Bauch wird nicht bloß behauptet. In aller Immensität quillt er Simon Keenlyside über den Gürtel. Der hockt in einer gemütlich heruntergekommenen Bar, ungefähr in den 1960er-Jahren, und schmiedet Pläne, wie er sein Shilling- und Fraueneroberungskonto aufbessern könnte. Und wenn ihm dabei einmal mehr aufgeht, was für ein grandioser Kerl er doch ist, dann wird auch gleich die Bar größer: Die Wände weichen zurück, und, feines Detail, der Blick fällt auf ein kleines Horn über dem Eingang.

Ums Gehörntwerden wird es noch gehen, und überhaupt hat Verdi in seiner letzten Oper den Hörnern schöne Aufgaben geschenkt.

Wie groß oder klein die Welt ist, wie schrecklich oder irre: eine Frage der Perspektive. Und da wir in Verdis später Commedia lirica sind und Laurent Pellys Inszenierung kein Abend über toxische Männlichkeit ist, sieht man hier einer geschmeidig laufenden Komödienmaschine beim Funktionieren zu. Pellys Falstaff ist ein gewaltig Unzeitgemäßer, ein Don Quijote im Fatsuit, vielleicht etwas zu verwahrlost. Dass er sich an die proper pastellkostümierten Damen von Windsor mit Erfolg heranmachen könnte, ist ganz unglaubwürdig, aber seine Sicht der Dinge. Zum berührendsten ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Holger Noltze

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