Traum, Schatten, Stille
Alexander Puschkin ist gerade mal 31 Lenze alt, da schreibt er ein Gedicht, das in seiner gedankenschweren Melancholie klingt wie der Abschiedsgruß eines Lebensmüden. «Der irren Jahre längst vergangene Lust / Liegt lastend wie ein Rausch auf meiner Brust. / Doch wird, wie Wein, der Schmerz, den ich erfahren, / Nur stärker noch und schwerer mit den Jahren.
/ Mein Weg ist dunkel Leiden und Beschwer / Droht mir der Zukunft sturmbewegtes Meer …» Puschkin konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass ihm in der Tat nur noch sieben Jahre auf Erden blieben; umso prophetischer klingt die zweite Strophe des Gedichts «Elegie»: «Doch möchte ich, o Freunde, noch nicht scheiden: / Will leben, um zu denken und zu leiden; / Ich weiß, noch manche Lust liegt mir bereit / Inmitten Unrast, Schmerz und Traurigkeit; / Ich werde wieder Harmonien trinken / Und weinend über Traumgebilde sinken, / Und sterb ich dann, geschieht’s, dass mir vielleicht, / Die Liebe licht ein letzten Lächeln reicht.«
Valentin Silvestrov hat diese Verse vertont, und hört man seine «Elegie», dann wird erneut deutlich, worin die eigenwillige Originalität dieses Komponisten besteht: in der Zurücknahme, in der Konzentration des ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Olga Myschkina
arte
02.02. – 02.20 Uhr
Lisa Batiashvili und Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gab am 15. März 2022 in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Alan Gilbert ein Solidaritätskonzert für die Ukraine. Mitwirkende waren an diesem Abend mit Werken von Bach, Dvořák, Loboda und Verdi die Geigerin Lisa Batiashvili, die...
Ein von dem Dirigenten Jérôme Correas so kundig konzipiertes wie musiziertes Programm mit vier Solo-Kammerkantaten von Alessandro Scarlatti, Händel, Marcello und Michel Pignolet de Montéclair lenkt den Blick auf die intime Spielart barocker Leidenschaften jenseits der rationalen Kontrolle am Ausgang des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht jedesmal das Trauma der...
Bremen ist das Bundesland mit der höchsten Armutsquote. Was das mit Oper zu tun hat und speziell mit «La Bohème»? Aus dem deprimierenden Ranking zieht Alize Zandwijk für ihre Inszenierung am dortigen Theater einen bemerkenswerten Schluss: Sie kooperiert mit der ortsansässigen Tafel – jener Organisation, die überschüssige Lebensmittel einsammelt, um sie an...
