SPIELERISCH: Barrie Koskys Monteverdi-Trilogie auf DVD

Der Mensch liebt es anscheinend, sich zu schinden. Etwa jeden Oktober auf der Hauptinsel von Hawaii beim «Ironman» – 3,86 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad sowie die traditionelle Marathon-Distanz von 42,2 Kilometern (die «Eisenmänner» der letzten beide Jahre waren übrigens Deutsche). Ob es Barrie Kosky 2012 mit dem Monteverdi-Triathlon zu Beginn seiner Ära an der Komischen Oper Berlin (siehe OW 11/2012) auch darum gegangen war, die Zuschauer in jenes Delirium zu bewegen, das ein Marathonläufer erreicht, wenn er durch die sogenannte Mauer bricht, wissen wir nicht.

Auf jeden Fall hätte es stattdessen auch ein Inferno der Langeweile geben können. Doch es wurde quasi eine theatralische Himmelfahrt, wie man jetzt auf fünf DVDs nachprüfen kann – wobei dies, wer das delirische Gefühl dieses Events mitnehmen will, wohl am Stück tun sollte.

Wie dem auch sei: Das Projekt funktionierte vor allem dank der Mithilfe der usbekisch-australischen Komponistin Elena Kats-Chernin, die sich durch die oft quasi auf trigonometrische Punkte reduzierten, der Improvisation breiten Raum gebenden Vorgaben Claudio Monteverdis zu erweiterten Grenzziehungen inspirieren ließ. So führte sie eine Mischung aus ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Infos

Jubilare

Sie kam in Yorkshire zur Welt, erhielt ihre Gesangsausbildung in Leeds sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London und debütierte mit der Glyndebourne Touring Opera als Despina in Mozarts «Così fan tutte». Sandra Dugdale gilt als eine der führenden britischen Koloratursopranistinnen ihrer Generation. Sie hat über 80 Rollen auf europäischen...

Hyperaktiv

Manchmal muss auch der Musikkritiker zum Äußersten greifen – zum Beispiel zu der Presse-Werbe-CD mit ein paar Ausschnitten aus der Musik, die er eigentlich gerade im Theater gehört hat. Es ist, stellt er beim Nachhören fest, eine Musik von sanftem Schmelz und federndem Esprit, gemacht mit dem Willen und der Fähigkeit zu kunstvoller Einfachheit, zum feinen Sentiment...

Im Sinne des Meisters

Der Mensch neigt bekanntlich dazu, das Glas als halbleer zu betrachten. Er sehnt sich nach dem, was er nicht hat, nicht ­haben kann und vielleicht auch niemals haben wird. Opernfreunden geht es da nicht anders. Sie trauern um die vielen verlorenen Werke aus der frühen Zeit des Musiktheaters, ganz besonders um die aus der Feder Claudio Monteverdis. Dabei weiß gerade...