Sehnen und wähnen

Benjamin Bernheim singt Mélodies und Chansons von Berlioz, Chausson, Duparc, Kosma, Trenet und Brel

Opernwelt - Logo

Die Liebe, heißt es ebenso apodiktisch wie unwiderlegbar in John de La Bruyères Traktat «Les caractères de Théophraste», beginnt stets mit der Liebe, mit ihrer (zeitlosen) Immanenz. Auch Théophile Gautier dachte wohl an diese schönste, zugleich schmerzlichste aller zwischenmenschlichen Empfindungen, an ihre vielfältigen, einander widersprechenden Erscheinungsformen, als er 1838 den Lyrik-Band «La Comédie de la mort» zusammenstellte.

Darin finden sich auch jene «Les Nuits d’été», eine lose Sammlung von sechs Gedichten, die Gautiers Freund (und Nachbar) Héctor Berlioz vermutlich schon vor ihrer Veröffentlichung kannte und stante pede vertonte.

Obschon die Orchesterfassung, insbesondere der schillernden und irisierenden Farbenspiele wegen, bekannter geworden ist, so schrieb Berlioz «Les Nuits d’eté» doch zunächst für Stimme und Klavier; erst viele Jahre später instrumentierte er den Zyklus. Wie reizvoll die ursprüngliche Version zu klingen vermag, zeigt Benjamin Bernheim auf seinem neuen Album «Douce France», welches er gemeinsam mit der kanadischen Korrepetitorin (und Dirigentin) Carry-Ann Matheson aufgenommen hat. Während sich die lyrische, sanft grundierte Stimme des französischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 32
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Opernspielpläne 11/24

L = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
 

DEUTSCHLAND

Aachen
Theater Aachen

www.theateraachen.de - nach Purcell, The Indian Queens: 3., 17., 21.

Altenburg/Gera
Theater Altenburg Gera

https://theater-altenburg-gera.de 
- Finn, Little Miss Sunshine: 1. (Gera)
- Der Traumzauberbaum und...

In mythischen Gefilden

Sollte der Tod zufällig Tuba spielen», schreibt Gordon Kampe in seiner Partitur «Sasja und das Reich jenseits des Meeres», dann möge er hier «richtig schön wild und gaga» spielen – eben so, wie man es nicht komponieren kann. Den Tod singt in der Münsteraner Uraufführung von Kampes jüngstem Musiktheaterwerk Oscar Marin-Reyes, und er kann Tuba spielen. So darf in...

Unwiderstehlich

Alexander Zemlinskys «Florentinische Tragödie» ist ein Werk von klaustrophobischer Dramatik: ein einziger Raum, darin drei Personen, die eine klassische Dreiecksgeschichte verhandeln. Zu einem Paar, das die gegenseitige Aufmerksamkeit für einander verlernt hat (oder sie noch nie besaß), gesellt sich ein junger Adeliger, der mit der Dame des Hauses nicht allzu...