Reisen in die Fremde
Sie tun es alle irgendwann, und meistens mehrfach im Jahr. Am häufigsten vielleicht Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz sowie die Fußballerinnen und Fußballer mit dem deutschen Adler auf der Brust. Und nicht nur sie; fast jeder Deutsche hat sich irgendwann mal an Haydns bekanntester Melodie versucht, der früheren Kaiserhymne und dem späteren Deutschlandlied. Damit ist der Meister aus Rohrau vermutlich der meistgesungene Komponist in deutschen Landen, doch finden sich bei ihm immer wieder Trouvaillen.
Auch in «Papa» Haydns Opern-Reich sind glückliche Begegnungen keineswegs so unerwartet, wie es etwa der Titel seines 1775 uraufgeführten Dramma giocoso «L’incontro improvviso» («Unverhofftes Begegnen») suggerieren könnte.
Der Titel bezieht sich jedoch nicht auf das Genre Oper, sondern auf den Plot: das überraschende Wiedersehen zweier durch Piraten getrennter Liebender, deren weiblicher Teil zwanghafte Aufnahme in das Serail eines orientalischen Potentaten erfährt und dort von ihrem Liebhaber wiedergefunden und schließlich befreit wird. Man kennt das aus Mozarts «Ent -führung». Der jeweilige Machthaber schenkt dem Paar großzügig die Freiheit; wobei sich hier der Auftritt des ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 27
von Gerhard Persché
JUBILARE
Elena Moșuc, im rumänischen Iași geboren, studierte in ihrer Heimatstadt an der Hochschule für Kunst und Gesang sowie am Konservatorium «George Enescu» und debütierte bereits während dieser Zeit als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» am dortigen Opernhaus. Ferner sang sie an gleicher Stelle die Titelpartie in Donizettis «Lucia di Lammermoor» (Moșuc...
Alte und neue Musik begegnen sich im Konzertsaal selten. Zu verschieden sind die interpretatorischen, gar instrumentalen Voraussetzungen, die einem solchen Brückenschlag im Weg stehen. Umso spannender, wenn es doch geschieht, wie jetzt auf zwei CD-Neuerscheinungen, die extremer, kontroverser nicht sein könnten. Beide Male sind es «Überzeugungstäter», die den Spagat...
Angels and ministers of grace defend us»: Das ist zwar nicht aus «Macbeth», sondern aus «Hamlet», aber doch eines jener Shakespeare-Zitate, mit denen das englischsprachige Theatervolk den Fluch des unaussprechlichen «Scottish Play» zu neutralisieren trachtet. Es ist natürlich reiner Zufall, dass dem Grazer Macbeth Mikołaj Zalasiński bei der Premiere von Beginn an...
