Reisen in die Fremde

Haydns «L’incontro improvviso» in einer überzeugenden Aufnahme unter Michi Gaigg, Mozarts «Bastien et Bastienne» und Pergolesis «La serva padrona» aus Versailles

Opernwelt - Logo

Sie tun es alle irgendwann, und meistens mehrfach im Jahr. Am häufigsten vielleicht Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz sowie die Fußballerinnen und Fußballer mit dem deutschen Adler auf der Brust. Und nicht nur sie; fast jeder Deutsche hat sich irgendwann mal an Haydns bekanntester Melodie versucht, der früheren Kaiserhymne und dem späteren Deutschlandlied. Damit ist der Meister aus Rohrau vermutlich der meistgesungene Komponist in deutschen Landen, doch finden sich bei ihm immer wieder Trouvaillen.

Auch in «Papa» Haydns Opern-Reich sind glückliche Begegnungen keineswegs so unerwartet, wie es etwa der Titel seines 1775 uraufgeführten Dramma giocoso «L’incontro improvviso» («Unverhofftes Begegnen») suggerieren könnte.

Der Titel bezieht sich jedoch nicht auf das Genre Oper, sondern auf den Plot: das überraschende Wiedersehen zweier durch Piraten getrennter Liebender, deren weiblicher Teil zwanghafte Aufnahme in das Serail eines orientalischen Potentaten erfährt und dort von ihrem Liebhaber wiedergefunden und schließlich befreit wird. Man kennt das aus Mozarts «Ent -führung». Der jeweilige Machthaber schenkt dem Paar großzügig die Freiheit; wobei sich hier der Auftritt des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 27
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Diamanten schleifen

Die erste Orchesterprobe ist ein wenig ernüchternd: Nach vier Tagen intensiven Unterrichts und Proben mit Klavierbegleitung spürt man deutlich, wie die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit der Dynamik eines großen Instrumentenapparats noch fremdeln. Es klappert an Nahtstellen, die Meinungen über Tempi gehen bisweilen auseinander. Offenbar fehlt ein Stück Erfahrung....

Über den Wolken

Der Auftrag kam von höchster Stelle. Kein Geringerer als Louis XIV persönlich wünschte sich von seinem surintendant de la musique du Roy für die Karnevalsfeierlichkeiten des Jahres 1675, zu denen er europäische Politprominenz an den Königshof im Schloss Saint-Germain-en-Laye einzuladen gedachte, ein dem Anlass würdiges Bühnenwerk. Und Jean-Baptiste Lully, wissend,...

Diskurs ist alles

Bergamo bebte. Gleich fünf neue Opernproduktionen sowie verschiedenartige weitere Formate, darunter die traditionelle Geburtstagsfeier für Donizetti am 29. November, bildeten einen würdigen Rahmen für die diesjährige Ausgabe des Festivals. Mit «LU OperaRave», einer Rave-Version von «Lucia di Lammermoor», an der einige der führenden europäischen Elektronikmusiker...