Preziosen
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium.
Seit der Begegnung mit Bruno Walter, die Forresters Karriere den entscheidenden Anstoß gab, war – vor allem in den Aufnahmestudios – Gustav Mahler einer ihrer bevorzugten Komponisten, daneben gibt es zahlreiche Einspielungen mit Werken von Bach und Händel. Das Klavierlied, das in den Konzerten eine wichtige Rolle spielte, ist dagegen auf Tonträgern unterrepräsentiert. Die Sammlung von Aufnahmen des RIAS Berlin aus den Jahren 1955 bis 1963, die das Label audite jetzt in ausgezeichneter Klangqualität erstmals veröffentlicht hat, füllt diese Lücke – und ruft eine Sängerin in Erinnerung, die in jeder Hinsicht eine Ausnahmekünstlerin war.
Forrester besaß einen echten Alt von ungewöhnlicher Fülle und Expansionsfähigkeit, den sie mit nahezu perfekter Technik zu führen wusste. Er spricht in tiefen wie in hohen Lagen mühelos an, bei ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 25
von Ekkehard Pluta
Die Zukunft seiner Zunft hatte der Fotograf Hans Böhm klar vor Augen: Szenenfotografien aus dem Theater, schwarz-weiß, gut belichtet, gestochen scharf, während der Probe aus dem dunklen Zuschauerraum heraus geschossen. Noch vor Kurzem war das undenkbar, aber jetzt, im Herbst 1924, machte die Dresdner Firma Ernemann Reklame für eine neuartige Kamera: die...
Die Wohnung hat keine Katzenklappe. Dafür eine hohe Gründerzeit-Tür, die ins Nichts hineinführt, in den freien Fall. Auch der Rest des Bühnenbildes am Staatstheater Hannover hängt buchstäblich in der Luft, als eine Kippfigur, schräg und surreal, wie die zwölftönig zwitschernden Fabeltiermenschen, die es bevölkern.
Einen Spaß hatte Hans Werner Henze sich machen...
Das Datum war geschichtsträchtig, nachgerade prophetisch; freilich unbewusst. Schließlich konnte am 27. Januar 1667, als man in Dresden das «Churfürstliche Opernhaus am Taschenberg» eröffnete (nach seinem Erbauer wurde es auch das «Klengelsche» genannt), niemand wissen, dass dieses Gründungsdatum der Dresdener Oper just der Tag war, an dem 89 Jahre später in...
