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JUBILARE

Die Musik von Arvo Pärt, der am 11. September 90 Jahre alt wird, hat eine Popularität, die ungewöhnlich ist für einen zeitgenössischen Komponisten. Die gute Fasslichkeit und die meditative Atmosphäre der Klangwelten, die Pärt ersinnt, dürften zum großen Erfolg des Esten beigetragen haben. Zu seinem ganz eigenen Stil fand er über Umwege. Nach Studien in Tallinn bei Heino Eller und Veljo Tormis orientierte sich Pärt zunächst an der Musik Schostakowitschs und Prokofjews, später wandte er sich der Zwölftonmusik und dem Serialismus zu.

Auf der Suche nach einer Musik, die ihm wirklich entsprach, legte Pärt eine achtjährige schöpferische Pause ein, während der er sich mit Werken aus den Anfängen der europäischen Musikgeschichte beschäftigte: frühe Vokalpolyphonie, Musik der Renaissance, Grego -rianischer Choral. So inspiriert entwickelte Pärt seinen «Tintinnabuli»-Stil, der sich durch größte Einfachheit auszeichnet und die Reichhaltigkeit des puren Dreiklangs erkundet. Eine große Kreativität war bei Pärt nun freigesetzt, im neuen Stil entstand ein reiches Œuvre, das Chor- und Orchesterwerke ebenso umfasst wie Kammermusik oder die von Robert Wilson aus Werken Pärts ...

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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Service, Seite 76
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