Personalien, Meldungen 9-10 2022
JUBILARE
Werner Herzog wurde am 5. September 1942 in München geboren. Nach dem Abitur war er bereits an ersten kleinen Filmproduktionen beteiligt. Außerdem studierte Herzog Geschichte, Literatur und Theaterwissenschaft in seiner Geburtsstadt. Anfang der 1960er-Jahre kam es zu ersten Filmveröffentlichungen sowie zur Gründung einer eigenen Produktionsgesellschaft.
Einem großen Publikum bekannt wurde Herzog durch die enge Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Klaus Kinski, dessen emotionale Ausfälle, Espakaden und Skandale heute eng mit seiner Person und seinem Filmschaffen in Verbindung gebracht werden. Mit Kinski entstanden mehrere Spielfilme wie «Aguirre, der Zorn Gottes» (1972) und «Fitzcarraldo» (1982). Mitte der 1980er-Jahre widmete sich Herzog auch der Inszenierung von Opern. 1986 führte er Regie in Busonis «Doktor Faust» (Teatro Comunale di Bologna). Ein Jahre später (1987) holte ihn Wolfgang Wagner auf den «Grünen Hügel» und vertraute Herzog nach den Nachkriegs-Inszenierungen von Bruder Wieland (1958), Wolfgang Wagner selbst (1967) und Götz Friedrich (1979) den Wagner’schen «Lohengrin» an. Erstmals kam unter der Ägide Herzogs bei den Bayreuther Festspielen Lasertechnik zum ...
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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Service, Seite 60
von
Erinnern wir uns: Sommer 1993. Das Unfassliche geschieht, beinahe über Nacht und nach einer Sitzung, deren Dramatik wohl unübertroffen war, liest man noch einmal die entsprechende Passage in den Erinnerungen des damaligen Berliner Kultursenators Ulrich Roloff-Momin mit dem pikanten Titel «Zuletzt Kultur». Das Schiller Theater, Stätte unzähliger grandioser...
Herzog Blaubarts Burg
Die Frau, der Mann: Was soll man meckern?
Er alt, sie jung, er: sehr allein.
Die Burg: sehr kalt, es zieht herein.
Doch sie, sie meint: «Auf deinen Äckern
Zieh’n wir nun hin, lass uns jetzt spüren,
Was Liebe kann – und wie sie geht!»
Er sagt: «Okay!», sie wird konkret:
«Zeig mir, mein Schatz, nun alle Türen!»
Tür eins bis vier: nur Sadumuso.
...
Heinz Holligers zweites abendfüllendes Musiktheaterwerk «Lunea» wurde am 4. März 2018 am Opernhaus Zürich uraufgeführt und in der Kritikerumfrage dieser Zeitschrift zur «Uraufführung des Jahres» gewählt. Nachgespielt – das Schicksal vieler Uraufführungen selbst prominenter Komponisten – wurde es bis heute nicht. Es ist eine Großtat Manfred Eichers, nach Holligers...
