Neue Räume, neue Klangwelten

Uraufführungen, eine Erstaufführung und ein Wiederbelebungsversuch in der alternativen Opernszene Wiens

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Es ging in der Vorlesung nicht um Oper. Dennoch eignete der Aktion von drei Studentinnen der Uni Frankfurt, die im April 1969 vor Theodor W. Adorno provokativ ihre Brüste entblößten, etwas definitiv Opernhaftes. Dabei hatte der Philosoph das Genre längst für tot erklärt, sei es doch «das Paradigma einer Form, die unentwegt konsumiert wird, obwohl sie nicht nur ihre geistige Aktualität verlor, sondern mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr adäquat verstanden werden kann...

»

Freilich gibt es immer Unentwegte, die Oper zumindest als Untote begreifen, ihr immer wieder frisches Blut zuführen und ihre Aktualität zur Diskussion stellen – zum Beispiel in der Wiener Musiktheaterszene. Walter Kobéra, engagierter Leiter der Neuen Oper Wien, gehört dazu wie Kristine Tornquist mit ihrem sirene-Operntheater. Die Erstere, 1990 gegründet, spielt seit 1994 ausschließlich Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Neues sowie Wiederbelebungen von aus dem Repertoire verschwundenen Stücken. Im September etwa die Kammeroper «Gramma» des Spaniers José María Sánchez-Verdú, uraufgeführt bei der Münchener Biennale 2006, sowie «Baal» des nun 85-jährigen Friedrich Cerha.

Beide Truppen arbeiten ohne eigene ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Gerhard Persché

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