Nachdenken über den Schalk aus Pesaro
Rossini – «eine mediterrane Frohnatur»? Mitnichten: «Tatsächlich war [er] jahrzehntelang ein schwerkranker Mann.» Arnold Jacobshagen unterzieht in seinem Rossini-Buch viele lieb gewordene Mythen einer kritischen Überprüfung, mal systematisch (wenn er sich den verschiedenen Operngattungen in Rossinis Werk und später dessen möglichen Vorbildern widmet), mal unsystematisch in prägnanten Kurz-Essays zu Stichworten wie «Kreativität», «Humor», «Leid», «Understatement» oder «Erfolg».
Dabei wägt er bedächtig verschiedene Forschungsmeinungen gegeneinander ab, schöpft aus seinen eigenen Studien zur Opernpflege in Neapel in den für Rossini entscheidenden Jahren zwischen 1815 und 1822, fragt nach dem spezifisch Modernen in Rossinis kompositorischem Denken und vergisst nicht dessen Vorliebe für gutes Essen (das er selbstverständlich nicht selbst zubereitete, sondern von Profis kochen ließ).
Ein Rossini-Bild aus einem Guss entsteht so nicht. Aber das wäre ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit angesichts der schillernden Vielseitigkeit des Komponisten und der eklatanten Widersprüche der Epoche. Vielmehr lernt der Leser einen herausragenden Künstler in zahlreichen Facetten kennen: als feinsinnigen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Anselm Gerhard
ARD-ALPHA
12.2. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
13.12. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur.
13.12. – 20.15 Uhr (1)
20.12. – 11.00 Uhr (2)
31.12. – 11.00 Uhr (3)
Mariss Jansons dirigiert
1. Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll, op. 39; 2. Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur.; 3. Strauss und Adams.
24.12. – 11.00 Uhr (1)
25.12. – 11.00 Uhr (2)
Marcell...
Die witzig verspielte Inszenierung von Richard Strauss’«Ariadne auf Naxos», die der deutsche Regisseur Aron Stiehl 2013 im Theater St. Gallen vorgestellt hat, ist in bester Erinnerung. Seine jüngste Arbeit in diesem Haus, sie gilt Giuseppe Verdis «Macbeth» in der auf Italienisch gegebenen Pariser Fassung von 1865, hält diese Höhe nicht; vor allem in der...
Sir Thomas, Ihre Stimme strahlte stets eine enorme Männlichkeit aus – ohne einen Anflug von Machismo. Eine Frage des Stils?
Eine Absicht steckte nicht dahinter, es war einfach so. Mir wurde schon vor langer Zeit über meine Stimme offen ins Gesicht gesagt: «A baritone with balls ...» Dürfen Sie das überhaupt schreiben? Ich habe das nicht beeinflusst. Für mich war es...
