Nachahmenswert
Gefühlvoll Operettiges, das auch ans Sentimentale streifen darf, und ebensogut fetzige Tanzrevue-Nummern oder einprägsame Songs: Gerd Natschinskis Klänge garantieren zusammen mit dem Bühnengespür seines Librettisten Jo Schulz, dass dieser «Messeschlager Gisela» auch dramaturgisch gut funktioniert.
Trotzdem feiern beide nach wie vor fast nur in ostnostalgischen Kontexten gelegentlich Urständ, und wenn diese gelungene Inszenierung des Teams um Katja Wolff etwas bewegen könnte, dann vielleicht zuerst, dass sich mutige Intendanzen finden, die dem Stück auch andernorts Räume schaffen.
Dabei hatte es der «Messeschlager» schon von Anfang an nicht leicht. Natschinski – bis dahin vor allem als Schlager-, Jugendlied- und Film -musikkomponist aktiv – und seine Partner kamen mit ihrem leichtgeschürzt-ernsthaften Angebot zur falschen Zeit heraus, nämlich 1960, kurz vor dem Mauerbau. Danach waren dann Ausflüge sozialistisch Produzierender nach Paris oder Berlin-West, wie sie hier noch als augenzwinkernde Accessoires aufleuchten, auf DDR-Bühnen inopportun. Da half dann auch die grundsätzlich positiv ansetzende und allenfalls zart-ironische Comedysierung einer Gesellschaft, die für manche ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Gerald Felber
Zwei Opernpremieren, die im Rückblick als ein musikpolitisches Schlüsselereignis im nationalistisch gefärbten Parteikampf der deutschen Kultur- und Ideengeschichte des frühen 19. Jahrhunderts gelten dürfen, fanden 1821 innerhalb weniger Wochen in Berlin statt – die von E. T. A. Hoffmann eingerichtete deutschsprachige Fassung von Gaspare Spontinis «Olympia», die den...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Donizetti, L’elisir d’amore: 6. (P), 12., 20., 27. ML: Chung, I: Rechi, B: Insignares, K: Münchow - Loewe, My Fair Lady: 18., 30.
- Mozart, Die Zauberflöte: 25.
Altenburg/Gera Theater...
Mögen auch gleich drei der beteiligten Damen, die echte Barbara Delacqua sowie zwei strategisch eingesetzte Doppelgängerinnen, im Minirock des klassischen Supergirl-Outfits stecken, so haben sie doch die Hosen an in dieser Neuinszenierung der «Nacht in Venedig» durch Nina Spijkers, mit deren Premiere das Haus am Gürtel den 200. Geburtstag von Johann Strauß (Sohn)...
