Mit dem Clown kommen die Tränen
Tutto nel mondo è burla? Was, zumindest in Teilen, für Verdis weisen «Falstaff» gilt, trifft auf die meisten veristischen Opern, die danach komponiert wurden, kaum zu. Das Leben ist kein Vergnügen, es ist Kampf und Krampf, zuweilen zorndurchglüht und zynisch, kurz: eine existenzielle Erfahrung und nicht immer die allerbeste. Das Lachen dient nur als Fassade für die Tränen, die dahinter wohnen, und selbst im grobkörnigsten Scherz steckt ein Körnchen bitterer (tödlicher) Wahrheit.
So ist es auch in Leoncavallos «Pagliacci».
Und wenn sich nach der Ouvertüre, in der die drei zentralen Leitmotive (Trauer, Rache, Liebe) vom Staatsorchester Hannover unter der Leitung von Mario Hartmuth kristallin (Trauer) kraftvoll (Rache) und klandestin (Liebe) vorgestellt wurden, in Hannover der Vorhang hebt, kann man das sehr früh schon deutlich genug sehen. Ralf Käselaus Bühne ist ein Trümmerfeld, ein Abgrund – ein Schlund. Mag sie vor Urzeiten mal eine glanzvolle Manege gewesen sein, jetzt präsentiert sie sich als ein Ort, an dem Träume kaum mehr geträumt werden können – es sei denn, es handelt sich dabei um Albträume. Die Zuschauerränge gleichen einer Rutschbahn, das Lampenwerk könnte mal repariert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jürgen Otten
Wirklich überraschend kommt dieses Buch nicht: Nach Beethoven und Wagner äußert sich Christian Thielemann nun über Richard Strauss. Thielemann gehört zu den besten Strauss-Dirigenten unserer Tage; dessen Orchesterwerke und Opern setzt er mit besonderer Vor -liebe aufs Programm. Man geht bestimmt nicht zu weit, wenn man Strauss als Thielemanns Lebenskomponisten...
Die Dämonen sind da. Oben und unten. Oben, von den Rängen, erschallen aus verborgenen Lautsprechern die (sechs) Stimmen derjenigen, deren einziges Ziel es ist, wilde Spekulationen zu verbreiten, und ihn, den Virtuosen, an den Pranger zu stellen. Unten, aus den Lamellen zur Linken wie zur Rechten sowie von der Hinterbühne, fliegen Tänzerinnen und Tänzer als seine...
So etwas liest man gern: «E wie energiegeladen, exzentrisch, Entdeckungen, Erstaufführung und Ereignisse», schreibt die Regisseurin Miriam Götz über den Buchstaben E in der «Opera Factory Freiburg». Okka van der Damerau, sie war 2006 bei Brittens «Noye’s Fludde» dabei, lobt im Programmheft zum 30-jährigen Jubiläum das persönliche Engagement, die Kreativität und den...
