Marschner: Der Vampyr

Würzburg

Opernwelt - Logo

Schade, dass Stephan Suschke sich erst im zweiten Teil des Abends darauf besann, dass Opernregie mehr bieten sollte als ausgefeilte Dialoge und ein paar büh­nenwirksame Auftritte. Heinrich Marschners romantische Oper «Der Vampyr» hatte auf den Tag genau 180 Jahre nach der Leipziger Uraufführung in Würzburg Premiere – in jener Stadt also, wo der junge Richard Wagner anno 1833 als «Choreinstudierer» engagiert wurde und sich von Marschner vor allem für seinen «Holländer» inspirieren ließ.

Für Wagners Bruder Albert, der schon länger als Tenor am Haus wirkte und in der dortigen «Vampyr»-Erstaufführung den Aubry sang, komponierte und textete Wagner den Allegro-Teil der Arie «Wie ein schöner Frühlingsmorgen» neu. Das effektvolle Stück (WWV Nr. 30) wurde in Würzburg zum Glanzpunkt. Edward Randall, als Aubry ganz distinguierter englischer Edelmann, dessen Mitschuld sich in einer roten Hand manifestiert, verfügt über eine Tenorstimme, die beides kann: lyrisch gestalten und kraftvoll aufblühen.
Ansonsten wird die Fassung von Hans Pfitzner gespielt, was programmatisch ist: 2006 wurde am Mainfrankentheater eine von Pfitzners Raritäten – «Das Herz» – ausgegraben, und zwar vom selben Regisseur. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Kur berichtet, Seite 65
von Monika Beer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Opernland Frankreich

Erlöste Welt, kristallklar

Hartmut Haenchen entdeckt an der Pariser Opéra Bastille Wagners «Parsifal» neu

Wagner, sagt Hartmut Haenchen, tickte deutlich schneller, als dessen durch wagnerianische Fürsorge gefestigter Ruf uns heute glauben macht. Schon für seinen Ams­terdamer «Ring»-Zyklus hatte der Dresdner Dirigent die Originalquellen studiert – und zwar nicht nur...

Diva im (Un)Ruhezustand

Verblüffend ist es schon, dass in Deutschland, wo die Musiktheater an Stars vergleichsweise wenig Interesse zeigen, ein altersloses Sängerinnenwunder wie Edita Gruberova eine künstle­rische Heimat gefunden hat: Das Nationaltheater München zählt zweifellos zu ihren Stammhäusern – neben Wien und dem Teatre del Liceu in Barcelona. Ihr vierzigjähriges Bühnenjubiläum...

Gott, allein zu Haus

Alceste, mon amour. Alceste, mio amore. Alkeste, meine Liebe. In welcher Sprache sie auch besungen wird: Wer an diese Frau denkt,  muss unweigerlich ans «Fidelio»-Ende denken. Wer ein holdes Weib errungen, stimme in den Jubel ein. Bei Alkestis, der Königin, wie sie bei Euripides erscheint, ist es allerdings eher eine nach innen gewendete Freude, ein Sich-Verneigen...