Naturgewalten
Nachdem Wagner dem Rhein, Verdi dem Nil und Britten der Nordsee musikalische Denkmäler gesetzt haben, wissen wir, wie Flüssiges klingen kann. Und spüren stets, wie sehr bewegtes Wasser zum Spiegel innerster menschlicher Regungen wird. Neuerdings aber hat Gefrorenes Opernkonjunktur. Nach Miroslav Srnkas «South Pole» vor zwei Jahren in München folgten jüngst Beat Furrers «Violetter Schnee» in Berlin (siehe S. 16) – und «Jää» (Eis) in Helsinki.
Jaakko Kuusisto hat dazu den finnischen Erfolgsroman seiner Landsfrau Ulla-Lena Lundberg auf ein Libretto von Juhani Koivisto in Musik gesetzt. Die Änderung des Aggregatzustands lässt nichts Gutes für unseren gesellschaftlichen Gefühlshaushalt ahnen. Leben wir längst in emotionaler Vereisung?
«Jää» erzählt zwar vom Mikrokosmos der Örar-Inseln, einem entlegenen Archipel, in den ein junger Pastor mit seiner Familie kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs eindringt und zum Hoffnungsträger für die Überwindung alter Gräben wird. Doch den Zwist zwischen christlichem Glauben und dem archaischen Wissen der rauen Ureinwohner, das ihnen im Kampf gegen die Unbill der Natur ihr Überleben sichert, kann auch der Pfarrer nicht versöhnen. Der Brückenbauer, der ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Peter Krause
Herr Baumgarten, inszenieren Sie anders, seit Sie Professor sind?
Ja. Der intuitive Bereich, in dem man sich beim Inszenieren bewegt, wird einer rationalen Überprüfung unterzogen. Es ist so, als ob man über das Gehen noch mal nachdenkt. Dazu kommt, dass man durch die Studierenden permanent mit neuen Ideen, Texten und Konzepten konfrontiert wird, die in meiner...
Das hat sich Eduard Tobler, Besitzer der Berliner Tobler-Werke, fein ausgedacht: einmal inkognito als armer Mann in den Winterurlaub zu reisen, um herauszufinden, ob er im Grandhotel dann ebenso gut behandelt wird wie die Millionäre, zu denen er eigentlich gehört. Nur dass ihm zum einen seine Tochter dazwischenfunkt, die dem Hoteldirektor vorab verrät, dass da gar...
Virtuelle Realität suggeriere «maximale Einfühlung durch maximale Abschottung», war unlängst über ein neues Geschäftsmodell des Silicon Valley zu lesen. Dirk Schmedings Inszenierung von Strawinskys früher Kurzoper «Die Nachtigall» (Soloviej) kommt stellenweise wie eine Umsetzung dieser Einsicht daher. Da ist die künstliche Nachtigall, die in Stepan Mitussows...
