Königin aus der Luft

Mit einer kunterbunten «Zauberflöte» locken drei private Investoren 40 000 Zuschauer an den Wannsee

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Und es gibt ihn doch: den Berliner Charme. Raffinement ist nicht seine Stärke, er neigt eher zum Rustikalen. Der Ton ist rau, der Witz derber als an­ders­wo, und manchmal strotzt er nur so vor lauter Selbstbewusstsein. An Spree und Havel trägt man das Herz eben nicht auf der Zunge, sondern zeigt es frei nach Schnauze. «Uns kann keener», tönt der Volksmund und grinst dabei bis über beide Ohren. Ganz so wie Katharina Thalbach im Programmheft zur Freiluft-«Zauberflöte» am Wannsee, die auf Anhieb rund 40 000 Zuschauer lockte.

Schiebermütze, wirres Haar, die Brille neckisch Richtung Nasenspitze geschoben, blinzelt die um kein Klischee und keinen Kalauer verlegene Spaßkanone der Opernregie aus dem PR-Foto. In drei Jahren wird sie sechzig, aber noch immer steht ihr der Schalk einer Zille-Brecht-Göre ins Gesicht geschrieben. Genau die Richtige, dachten sich die Erfinder der ersten Berliner «Seefestspiele», um das philosophisch verrätselte «Machwerk» von Schikaneder und Mozart auf die Sommerbühne zu wuchten.

Tiefsinnige Deutungsversuche zu Freimaurersymbolik und altägyptischen Mysterien, Prüfungslogik und Initiationsriten darf man da natürlich nicht erwarten. Aber die wären für ein Publikum, ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Albrecht Thiemann

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