Kinder, schafft Neues!
Es gibt in Bayreuth ein höchst erfolgreiches Privattheater: Im Innenhof des Klavierbauers Steingraeber bietet der Regisseur und Schauspieler Uwe Hoppe seit 40 Jahren seinen ganz eigenen, stets frischen Blick auf das Werk Richard Wagners. Mit «Lohengrin sein Vater und der Gral» stellte man sich im vergangenen Sommer in der «kleinen Scheune» unter anderem der interessanten Frage, wer eigentlich Lohengrins Mutter war.
Wer zeitgleich den «Ring des Nibelungen» in der größeren Scheune am Hügel besucht, könnte sogar den Verdacht bekommen, Hoppe habe seine Regietätigkeit inzwischen unter Pseudonym ausgeweitet. Denn was sich Valentin Schwarz 2022 für Wagners ungestrichenen Notentext ausgedacht hat, besitzt über weite Strecken ähnlich humoristische Qualitäten wie weiland Hoppes «Ring der Niederungen». Man hockt bei Götters, steigt für den Marsch nach Walhall gechillt in den ersten Stock; im «Rheingold» fährt Fafner noch SUV, später, im «Siegfried», dann eher Rollator; und Gunther trägt ein echt cooles T-Shirt mit der Aufschrift «Who the fuck is Grane?» Nach einer inneren Logik zu suchen, mag Rezensenten zur Verzweiflung gebracht haben. Dafür darf man das junge Regieteam um seinen Spaß bei ...
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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: Mythos Wagner, Seite 118
von Michael Stallknecht
«Stephans ernste Begabung steht außer Frage.» Das schrieb der noch keine 21 Jahre alte Theodor Wiesengrund-Adorno (der sich erst im amerikanischen Exil als Theodor W. Adorno bezeichnete) im Mai 1924 über eine Aufführung von Rudi Stephans 1913 entstandener «Musik für Geige und Orchester». Doch empfand er den im Weltkrieg Gefallenen bereits als Zeuge einer...
Herr Freyer, Sie arbeiten auch im Alter unverändert viel und konzentriert. Wie war Ihr Tag heute?
Er war schöpferisch, aber nur für den Körper und fürs Gemüt. Meine Frau und ich haben einen frühen Spaziergang gemacht, aber da fing es wieder an zu regnen. Man arbeitet ja trotzdem, man kann es gar nicht lassen. Es macht so viel Spaß.
Ist Italien auch für Sie die...
Die Bezeichnung «französischer Mahler» hätte ihn vermutlich nicht besonders entzückt. Aber es kam auch niemand auf den Vergleich, da Mahler in Paris fast unbekannt war. Unter allen Komponisten Frankreichs hat nur einer den Wiener Kollegen rezipiert, nämlich Charles Tournemire (1870–1939). Er besorgte sich dessen Partituren und versah eigene Manuskripte mit...
