Jede Geste sitzt

Janáček: Die Sache Markopulos
Freiburg | Theater

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Endlich hat sie es hinter sich. Endlich kann sie wieder jung sein, sich öffnen, fühlen, trauern, triumphieren, ihre Verletzlichkeit spüren. Emilia Makropulos erlebt die Minuten vor ihrem Tod als Befreiung. Mehr als 300 Jahre hat sie gelebt, fluchtartig Identitäten gewechselt, Wiedergänger ertragen, sich durch die Zeiten geschlagen. Nun ist die Zeit abgelaufen. Die große Turmuhr im Hintergrund rückt gegen Zwölf. In strahlendem B-Dur schreitet Emilia an ihr vorbei, schwerelos, erleichtert, erlöst. Endlich geht sie mit der Zeit: sie, die erst lange nach der Zeit sterben kann.

Kurz vorher hatte sie sich zu diesem Schritt entschlossen, war einem roten Gasluftballon gefolgt, der sie aus dem Leben führte. Emilia, das Kind. Emilia, die Weise. Leben und Tod fallen bei ihr zusammen.

Es sind einfache und doch starke Bilder, die Janáčeks vorletzte Oper am Theater Freiburg bestimmen. Regisseurin Vera Nemirova zeigt »Die Sache Makropulos« mit psychologischer Genauigkeit und gelassenen Metaphern. Emilia, die durch ein Elixier das ewige, irdische Leben hat, ist Sängerin. Endlos erfolgreich. Der Theater-Rahmen wird durch Rampenbeleuchtung und eine offene Bühne angedeutet (Jens ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Stephan Mösch

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