In den Ruinen der Wünsche
Ihm ging die rein musikalische Intelligenz ab, der Widerstand gegen das musikalisch Dumme», wetterte Theodor W. Adorno einst gegen Franz Schreker. Und: «Es ist Musik der Pubertät; selber einer pubertären Seelenlage entsprungen, auf sie eingestimmt, mit allem Trotz unbelehrbarer Reife.
» Das harsche Urteil verfehlte nicht seine Wirkung: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte der in der Weimarer Republik höchst erfolgreiche, in Nazi-Deutschland als «entartet» verfemte, 1934 in Berlin verstorbene österreichische Komponist zu den Personae non gratae einer ästhetischen Dogmatik, die sich musikalischen Fortschritt einzig im Anschluss an die Dodekaphonie Arnold Schönbergs vorstellen konnte. Wie weiträumig und wie lange Schreker aus dem öffentlichen Bewusstsein ausgeblendet blieb, belegt einmal mehr eine im Programmheft zu Nikolaus Lehnhoffs Salzburger Neuproduktion der Oper «Die Gezeichneten» (1918) abgedruckte Dokumentation zur Aufführungsgeschichte seiner Bühnenwerke: Von einigen konzertanten und wenigen szenischen Wiederbelebungsversuchen abgesehen, dominierte bis in die frühen achtziger Jahre hinein allgemeines Desinteresse.
Erst nachdem Michael Gielen und Hans Neuenfels 1979 in ...
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Im Jubiläumsjahr 2006 wollen die Salzburger Festspiele alle zweiundzwanzig Mozart-Opern szenisch aufführen. Die großen Stücke werden von den Festspielen selbst produziert. «Don Giovanni» und «La clemenza di Tito», von Martin Kusej inszeniert, liegen schon vor. In Herrmann-Inszenierungen existieren bereits «Così fan tutte» und, noch aus der Mortier-Ära, «Idomeneo»....
Die luzidesten Einsichten zu vermeintlich sattsam Bekanntem, zu scheinbar hoffnungslos Vernutztem haben nicht selten weitab der musikalischen Hauptwege siedelnde Querköpfe – jene Paradiesvögel, die noch in dem banalsten Schlager oder der seifigsten TV-Erkennungsmelodie eine poetische Wahrheit aufspüren.
Das italienische Duo Gianluigi Trovesi (Klarinetten) und...
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
