Im Flughafen
Vor fünfundzwanzig Jahren von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet, ist die Vest Norges Opera in Bergen nach der Norske Opera in Oslo das zweite Opernhaus Norwegens, doch muss sie mit drei Prozent des dortigen Budgets auskommen. Seit einigen Jahren beteiligt sich der Staat mit zweihunderttausend Euro, die Stadt mit zweihundertzwanzigtausend Euro und das Land mit einhundertzwanzigtausend Euro an den laufenden Kosten. Das ist zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
Ohne die großzügige Hilfe von privaten Sponsoren (darunter an erster Stelle ein Nachfahre Edvard Griegs) und die freiwillige Mitarbeit von Technikern und Choristen wäre der Spielbetrieb nicht aufrechtzuerhalten.
Mit vier bis fünf neuen Produktionen pro Spielzeit muss man auf Nummer sicher gehen. Einmal im Jahr gibt es ein großes Freilicht-Spektakel – im vergangenen Sommer war es «Aida», dieses Jahr ist «Il trovatore» geplant –, zum Ausgleich riskiert man den Versuch mit gemäßigter Moderne. Jetzt konnte man mit Carlisle Floyds «Susannah» sogar eine skandinavische Erstaufführung anbieten.
1955 in der Ära McCarthy entstanden, ist die vom Komponisten selbst getextete, auf der biblischen Erzählung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nach dem «Onkel aus Boston», den Helmuth Rilling aus der Versenkung geholt und wieder aufführungstauglich gemacht hatte (vgl. OW 11/2004), gilt es nun erneut einen Repertoire-Exoten zu begrüßen: «Heimkehr aus der Fremde» heißt das «Liederspiel in einem Akt», das am 26. Dezember 1829 uraufgeführt wurde.
Man vergegenwärtige sich folgende Situation: Einhundertzwanzig...
Das Internet spricht eine deutliche Sprache. Wer sich ein paar Tage nach dem Tod von Birgit Nilsson und Anna Moffo etwa auf der Seite www.youtube.com einklickte, der fand dort nicht nur wunderbare Videoclips diverser lange verstummter Belcanto-Größen von Ettore Bastianini bis Zinka Milanov, sondern ebenso von trauernden Fans frisch hineingestellte TV-Ausschnitte...
Eigentlich ist Wu Hsing-Kuo die Ruhe in Person. Ein scheuer Mann, in sich gekehrt, ernst. Nur selten huscht ein Lächeln über das scharf geschnittene Gesicht. Wu Hsing-Kuo scheint viel nachzudenken, über die verrückte Welt da draußen, über das Leben, über die Kunst, über sich selbst. Ein Stoiker, von dem niemand erwarten würde, dass er je aus der Haut fahren könnte....
