Hoffnungslos nostalgisch
Peter Gelbs Vorliebe für Broadway-Regisseure, deren Begabung abseits der großen Oper liegt, setzt sich mit der neuen «Aida» von Michael Mayer fort. In Mayers Inszenierung taucht ein Archäologe im Stil von Indiana Jones aus den 1920er-Jahren auf sowie später ebenfalls dessen Freundin und Partnerin, die wie die Minnie aus Puccinis «La fanciulla del West» gekleidet ist. Sie und Dutzende von Statisten «entdecken» nun die antike Geschichte. Während der trompetenschallenden Triumphmusik ist zu sehen, wie Kolonisatoren des 20.
Jahrhunderts mit riesigen ägyptischen Schätzen die Treppe aus einem unterirdischen Tempel hinaufsteigen – eine Anspielung auf jene kulturelle Aneignung, die sowohl wörtlich als auch in Kunstwerken wie «Aida» selbst praktiziert wird. Abgesehen davon «ermöglicht» Mayers fadenscheiniges Konzept immerhin ein verschwenderisch altmodisches Spektakel; man fühlte sich an die Inszenierung von 1908 erinnert, mit der weiland die tschechische Sopranistin Emmy Destinn und Arturo Toscanini an der Met willkommen geheißen wurden.
Die sepiafarbene Beleuchtung von Kevin Adams ist gemeinsam mit Susan Hilfertys wunderschönen Kostümen im Stil der 1910er-Jahre das stärkste ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 38
von David Shengold
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Alexander Puschkin ist gerade mal 31 Lenze alt, da schreibt er ein Gedicht, das in seiner gedankenschweren Melancholie klingt wie der Abschiedsgruß eines Lebensmüden. «Der irren Jahre längst vergangene Lust / Liegt lastend wie ein Rausch auf meiner Brust. / Doch wird, wie Wein, der Schmerz, den ich erfahren, / Nur stärker noch und schwerer mit den Jahren. / Mein...
