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Puccini: Turandot HAMBURG | STAATSOPER

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Die Tonart verheißt nichts Gutes. Es-Moll, das riecht nach Tod, in manchen Fällen auch nach einer gewissen Art von Tod. Und die gute Liù weiß, dass ihr ein solch harsches Ende droht, weiß es seit dem ersten Akt, als ihr dieses tieftraurige es-Moll schon einmal begegnete, in jenem andante triste, als das Volk von Peking, leider vergeblich, um Gnade für den jungen Prinzen flehte, der die drei Rätsel der Turandot nicht zu lösen vermocht hatte. Auch in diesem Moment, im dritten Akt, scheint die Situation ausweglos.

Verrät Liù den Namen des Mannes, den sie liebt, wird sie (vielleicht) leben, er aber gewiss sterben. Verrät sie ihn nicht, ist es genau andersherum. Also singt sie (oder besser: Guanqun Yu), und das mit einer sanften Hingabe, die imstande wäre, einen ganzen Eisberg zu schmelzen, con un poco d’agitazione con dolorosa expressione. Wie gesagt, die Tonart verheißt nichts Gutes. Und so geschieht das Unvermeidliche: Am Ende des Liebesgebets stößt sich Liù den Dolch einer ihrer Wachen ins Herz. 

Weiter wusste Puccini nicht. Weiter kam er nicht. Weiter konnte er nicht. Er starb, und so endet seine «Turandot» mit dem Tod der großen, empathischen Heroine. Aber eigentlich kann es ...

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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Jürgen Otten

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