Herzensangelegenheit
«Wählt der Herr einen heil’gen Stoff?» Das fragen die Meistersinger von Nürnberg ihren Vorsingkandidaten Walther von Stolzing, wobei die Antwort, jedenfalls aus Sicht der Meister, etwas diffus ausfällt: «Was heilig mir, der Liebe Panier schwing ich und sing ich.»
Auch Bejun Mehta schwingt auf seinem neuen Album «Cantata – yet can I hear ...» solcherart zwischen dem Geistlichen und dem Weltlichen, wie es der in dieser Hinsicht flexible Formbegriff der Kantate hergibt.
Also treffen Georg Friedrich Händels «Mi palpita il cor» und Antonio Vivaldis «Pianti, sospiri e dimandar mercede» über die Qualen des unerkannt beziehungsweise unglücklich Liebenden auf Johann Christoph Bachs «Ach, dass ich Wassers g’nug hätte» und Johann Sebastian Bachs «Ich habe genug» über zwei, die sich von all dem weltlichen Tand, die Liebe wahrscheinlich eingeschlossen, schon verabschiedet haben.
Die emotionale Bandbreite dafür hat der Countertenor, die Technik sowieso. Und in der Akademie für Alte Musik Berlin mit ihrem Konzertmeister Bernhard Forck selbstbewusste, musikrhetorisch beredte Partner, die üppige Farbigkeit beisteuern. Mehtas Stimme, von geschmeidiger Flexibilität in der Linienführung, gerät ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Massenets «Werther» hat am Zürcher Opernhaus ein freundliches Domizil; die Oper erscheint dort in regelmäßigen Abständen auf dem Spielplan. 1979 inszenierte Otto Schenk, Nello Santi dirigierte Premiere und Folgevorstellungen, in der Titelpartie gastierten José Carreras, Peter Dvorský, Neil Shicoff und Alfredo Kraus, als Charlotte alternierten Teresa Berganza und...
Alles in britischer Hand beim weltweit ältesten Barockfestival, den Göttinger Händel-Festspielen? Man möchte es meinen. Signifikant der hohe Anteil von Besuchern aus Großbritannien, die gleiche Dominanz bei den Ausführenden. Auch für die 98., unter dem Motto «Konflikte» stehende Ausgabe brachte der künstlerische Leiter Laurence Cummings vorwiegend Gäste von der...
In den vier Jahren seit ihrer Gründung hat sich die Heartbeat Opera unter New Yorks Off-Broadway-Kompanien mit ihrem Markenzeichen hervorgetan: Bekannte Repertoirestücke werden auf brandaktuelle Themen abgeklopft, beschnitten, umgestellt, kurz: pointiert. Dabei können sich die künstlerischen Leiter Ethan Heard und Louisa Proske auf ein fähiges Musikerteam stützen....
