Gut geklaut

Weimarer Mischung: In George Alexander Albrechts neuer «Schneekönigin» webert, wagnert und humperdinckt es gewaltig

Opernwelt - Logo

Eine Märchenoper über zwei Kinder, die es allein in der Fremde mit dem Bösen aufnehmen? Na klar: Humperdincks «Hänsel und Gretel»! Aber inzwischen gibt es auch zahlreiche Versionen der «Schneekönigin». Von Esther Hilsberg oder Daan Manneke, von Sergej Banewitsch oder Pierangelo Valtinoni zum Beispiel. Marius Felix Lange arbeitet derzeit an einem neuen Stück, das 2016 an der Deutschen Oper am Rhein herauskommt. Auch in Weimar gab’s vor zehn Jahren schon einmal eine Uraufführung unter diesem Titel – die Musik schrieb Theodor Ross.

Jetzt kehrt das Andersen-Märchen mit dem Opernerstling des ehemaligen Weimarer Generalmusikdirektors George Alexander Albrecht zurück ans Deutsche Nationaltheater.

Albrecht hat sich dafür lustvoll in der Musikgeschichte bedient – aber so gut klauen muss man erst mal können. Der Komponist verneigt sich tief vor «Hänsel und Gretel», die vor 122 Jahren in Weimar das Licht der Opernwelt erblickten: Es humperdinckt gewaltig in der «Schneekönigin», webert und wagnert aber auch, walzert im Stil der Wiener Operette. Die Titelheldin (Lini Gong) ähnelt insofern der Königin der Nacht, als sie sich bis zum hohen F aufschwingt; sie liebt jedoch eine klirrende ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Frauke Adrians

Weitere Beiträge
Infos

Jubilare

Sie kam in Yorkshire zur Welt, erhielt ihre Gesangsausbildung in Leeds sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London und debütierte mit der Glyndebourne Touring Opera als Despina in Mozarts «Così fan tutte». Sandra Dugdale gilt als eine der führenden britischen Koloratursopranistinnen ihrer Generation. Sie hat über 80 Rollen auf europäischen...

Strichmännchen, Strichfräulein

Im Vorwort zum Libretto von «Le nozze di Figaro» bemerkt Lorenzo da Ponte, sein und Mozarts Ziel sei, «eine fast neue Art des Schauspiels» zu schaffen. Aus diesem Vorsatz scheint auch Stefan Herheim seine Inszenierung für die Hamburger Staatsoper entwickelt zu haben. Bühnenbildner Christoph Hetzer staffiert dafür Decke und Wände mit 1500 Faksimile-Seiten der Oper...

Auf Sparflamme

Wir blicken auf Christian Thielemanns Scheitel vorne am Pult des Staatsopernorchesters und wissen, dass wir hier richtig sind: im deutschen Wald. Wunderbar süffig erzählen die Hörner vom Abendsegen, flauschig übernehmen die Streicher, pikant assistiert das Holz. Mit Akribie führt einer der zur Zeit besten Wagner-Dirigenten vor, was Engelbert Humperdinck von Richard...