«Glück spielt eine große Rolle»
Etwas war anders als sonst. Und das lag nicht nur daran, dass in Robert Carsens bildmächtiger Amsterdamer Inszenierung die sonst übliche Reihenfolge der beiden Stücke geändert worden war: Leoncavallos «I Pagliacci» bildete hier den tragischen Unterbau für Mascagnis «Cavalleria rusticana». Nein, es war auch die Art und Weise, wie die Klänge in den Saal geworfen wurden in diesem Dramma in due atti.
Das Unwirsche, Rigorose des vivace, deciso zu Beginn der Oper erschien aufgeweicht, Initial und Gegenbild waren miteinander verwoben zu einem poetischen Klangbild, gleichsam als Antizipation des lyrisch gestimmten zweiten Themas in der parallelen Molltonart. Sanfter, ja beinahe schubertischer mutete der Prolog an, so, als wollten Dirigent und Orchester das Publikum behutsam hineinführen in die doppelbödige und deswegen umso fatalere Welt der Komödianten, und als sei ihr Ziel, die ganze Vulnerabilität der darin agierenden Personen schon vor deren erstem Auftreten zu vermitteln, zugleich aber auch die Möglichkeit der Liebe zu evozieren: Selten hatten die Violinen am Ende des siebten Taktes so sehnsüchtig gesungen in diesem largo sostenuto.
Zu danken war dies dem designierten Neuen. Noch ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Porträt, Seite 36
von Jürgen Otten
Zum Ausklang der Saison 2018/19 stand an der Opera di Roma Mozarts «Idomeneo» auf dem Spielplan – zum ersten Mal seit 1983. Beworben wurde die Koproduktion mit Madrid, Kopenhagen und Toronto als provokative Deutung im Sinne tagesaktueller Krisen. Robert Carsens Neuinszenierung löst das durchaus ein – wobei die freundliche Aufnahme durch das römische Publikum...
Frau Mattila, ist es Ihnen während einer «Lohengrin»-Vorstellung schon mal passiert, dass Sie die Elsa mitsingen wollten?
Nein, aber ich genieße die Szenen mit ihr, weil sie sich nun so anders anfühlen! Schöne Erinnerungen steigen da in mir auf. Ich mochte die Elsa sehr gern, als ich sie noch sang – allerdings wollte ich immer Ortrud sein. Ein spannender Charakter,...
Ungewöhnliche Spielstätten wie die High Line, Manhattans hippester Parkstreifen, oder Clubs in Brooklyn. Als Hauptbühne die feine, 200 Plätze bietende Theater-Black-Box des Baruch Colleges: In nur fünf Jahren hat sich die Heartbeat Opera zur ehrgeizigsten freien Operntruppe New Yorks entwickelt. Gegründet wurde sie 2014 von dem aus Washington D.C. stammenden...
