Geisterstunde
Gefühlt hätte der Stoff für zwei, drei Opern gereicht. Doch Rodolphes Vernarrtheit in Agnès, die seinen Bruder heiraten muss, das Auffliegen dieser Liebe, Rodolphes Verbannung – all das geschieht im ersten Akt von Gounods «Nonne sanglante». Da gespenstert die blutige Gottesbraut noch gar nicht durch die Gänge. Agnès soll als besagte Nonne verkleidet fliehen. Stattdessen läuft Rodolphe der echten in die Arme und macht versehentlich der falschen Versprechungen.
Fortan muss er allmitternächtlich quality time mit ihr verbringen – dabei wird durch den Tod des Bruders gerade Agnès wieder frei. Loswerden kann Rodolphe den unheiligen Geist aber nur, wenn er seinen Vater, den Grafen Luddorf, meuchelt, der die Nonne (dessen Ex) einst ermordete. Rodolphe schafft’s nicht, wird abermals gejagt. Zum Glück läuft der von Reue geplagte Vater ins eigentlich für Rodolphe reservierte Messer. Ende gut, alles gut!
Gegen Matthew Gregory Lewis’ Schauerroman «Der Mönch» ist das noch nichts – dort liefert die Nonnen-Episode, aus der Eugène Scribe (eigentlich für Berlioz) das Libretto fertigte, lediglich einen Nebenstrang. 1854 kam Gounods Vertonung an der Pariser Opéra heraus, wurde jedoch nach nur elf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zar Peter I., genannt «der Große», inspirierte zahlreiche Dichter und Komponisten, so auch Gaetano Donizetti, der ihm gleich zwei Opern widmete. Dem Frühwerk «Pietro il Grande» (1818) folgte neun Jahre später «Il borgomastro di Saardam» auf ein französisches Bühnenstück, das die Grundlage auch für Albert Lortzings «Zar und Zimmermann» bildete. Es geht darin um...
Merkwürdig, wie sehr wir am Musiktheater gemessen werden», sinniert Chief Executive Roger Wright. «Es ist doch nur ein Programmpunkt unter vielen.» Jedes Jahr eine große Britten-Produktion kann sich das Aldeburgh Festival gar nicht leisten: Muss man doch für eine vollumfängliche Oper nahezu doppeltes Budget ansetzen. Im Durchschnitt kosten die zweieinhalb Wochen...
alpha
12.08. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2018 mit Diana Damrau
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
ML: Macelaru
arte
01.08. – 05.00 Uhr
Nemanja Radulovic spielt Bach
Konzert des französisch-serbischen Geigers im Pariser Théâtre des Champs-Elysées
04.08. – 20.15 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Live von den Salzburger Festspielen 2018
ML: Carydis, I:...
