Gefährliche Liebschaften

Das Teatro Real de Madrid bringt «La Regenta» von Marisa Manchado Torres zur Uraufführung, Elīna Garanča wird als Titelheldin in der konzertanten Version der Zarzuela «Luisa Fernanda» von Federico Moreno Torroba gefeiert

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Vielleicht war es Zufall, vielleicht sublime Dramaturgie. Zwei Aufführungen des Teatro Real an aufeinander folgenden Tagen boten in Madrid Variationen eines Opernurstoffs: eine Frau zwischen zwei Männern. Die Uraufführung «La Regenta» von Marisa Manchado Torres fand nicht im Haupthaus statt, sondern in einem Saal des 2006 eröffneten Kulturzentrums Matadero. Der architektonisch reizvolle, hundert Jahre alte Komplex war einst Viehmarkt und Schlachthaus der spanischen Hauptstadt, er bietet in den Sälen variable Bespielungen.

Die Regisseurin Bárbara Lluch und ihr Bühnenbildner Urs Schönebaum machten keinen Gebrauch davon und verorteten das Spiel auf einer Guckkastenbühne – nur der Vorhang fehlte.

Das spiegelte die prominente, aber konservative Stoffwahl. Manchado Torres’ Oper basiert auf dem 1884/85 entstandenen Roman «La Regenta» (Die Präsidentin), dem berühmtesten Werk von Leopoldo Alas, der zeitlebens als Autor und Journalist unter dem Pseudonym Clarín veröffentlichte. Er gilt als wichtigster psychologischer Roman der spanischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Parallelen mit Gustave Flauberts «Madame Bovary» sind unübersehbar, obgleich Clarín die Darstellung geistiger Enge, der ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 16
von Götz Thieme

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