Für alle Schichten
Herr Mortier, nach einer Spielzeit der Reprisen – eine Art Mortier-Werkschau mit Errungenschaften aus Salzburg und der RuhrTriennale – haben Sie im zweiten Jahr für Paris andere Akzente gesetzt. Welche programmatischen Überlegungen stehen hinter der Auswahl der Stücke und Regisseure?
Die erste Spielzeit war in erster Linie eine artisanale (handwerkliche) Spielzeit. Ich wurde ja vor allem in Deutschland stark kritisiert, weil ich viele meiner Produktionen wiederholt habe.
Dazu sind zwei Dinge zu sagen: Ich wollte in Paris Aufführungen realisieren, von denen ich glaube, dass sie wirklich gelungen sind. Zum anderen besteht die Pariser Oper ja aus zwei Häusern, und man muss erst sehen, wozu diese Häuser im Stande sind, was das Orchester kann, was die Technik, was der Chor. Ich habe also Produktionen ausgewählt, von denen ich genau wusste, welcher Aufwand nötig ist. Im zweiten Jahr wollte ich vor allem einen Akzent auf das 20. Jahrhundert setzen mit Janáceks «Aus einem Totenhaus», «Elektra», die zwar Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, für die Pariser aber noch immer ein schwieriges Stück ist, dann «Cardillac» von Hindemith, der ja in Paris spielt, «Die Nase» von Schostakowitsch, ...
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