For Now I Die
In Shakespeares Stücken steckt viel Musik, metaphorisch wie szenisch. Seine Sprache spielt oft auf Musik an. «Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, / spielt weiter! Gebt mir volles Maß! dass so / Die übersatte Lust erkrank und sterbe. – Die Weise noch einmal!», heißt es zu Beginn von «Was ihr wollt». Aber welche Weise da eigentlich von den Musikanten des Herzogs gespielt wurde, wissen wir nicht.
Die Bühnenanweisungen verlangen immer wieder «sennets and tuckets» (Sonaten und Toccaten) – Instrumentalmusik, die zu Beginn oder zwischen den Akten, als Fanfaren aus festlichem oder kriegerischem Anlass, zu Aufmärschen oder zum Tanz erklang. Und es wurden Lieder als Bestandteil der dramatischen Aussage gesungen, meist von Nebenfiguren wie Dienern oder Narren. Die Hauptfiguren singen nur, wenn sie verkleidet sind oder verwirrt wie Ophelia in «Hamlet» und Desdemona in «Othello». Was sie sangen, haben die Schauspieler wohl weitgehend selbst improvisiert oder aus dem Fundus all -gemein bekannter Melodien ausgewählt.
Licht in dieses Dunkel bringt ein neues Album des Hathor Consorts, das sich schon mehrfach für die Musik der Elisabethaner engagiert hat. Kernbestand des farbigen, ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 29
von Uwe Schweikert
Neunzig Jahre alt ist der Maler und Regisseur Achim Freyer, doch er hüpft in seinen Sneakers über die Bühne wie ein Rumpelstilzchen. Der weiße Haarschopf wackelt, der Bart zittert. Die einzige Sorge: dass er nicht doch noch über die knöchelhohe Schwelle stolpert, die einmal quer über die Bühne führt. Aber Freyer passt auf, hebt den Fuß demonstrativ und erinnert...
Das ist doch mal ein Statement: «Ich bin schön.» In diesem dreifach einsilbigen Satz der Sancta Susanna liegt gehöriger Sprengstoff. Da bricht die Energie einer jungen Frau auf, die ihren Körper in der Sittenstrenge des Klosters nicht eine Sekunde lang spüren durfte. Wo die Keuschheit von Schwester Klementia, ihrer einzigen Vertrauten, als gemeinsames Gelübde...
Einmal mehr hat die Fondation Bru mit der Veröffentlichung von Jacques Offenbachs Opéra-bouffe «La Vie parisienne» in der von ihr initiierten und inzwischen auf 41 Gesamtaufnahmen französischer Opern des 19. Jahrhunderts angewachsenen CD-Reihe einen Volltreffer gelandet. Dabei zahlt es sich aus, dass das Engagement nicht nur den Gipfeln der ernsten, sondern auch...
