For Now I Die
In Shakespeares Stücken steckt viel Musik, metaphorisch wie szenisch. Seine Sprache spielt oft auf Musik an. «Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, / spielt weiter! Gebt mir volles Maß! dass so / Die übersatte Lust erkrank und sterbe. – Die Weise noch einmal!», heißt es zu Beginn von «Was ihr wollt». Aber welche Weise da eigentlich von den Musikanten des Herzogs gespielt wurde, wissen wir nicht.
Die Bühnenanweisungen verlangen immer wieder «sennets and tuckets» (Sonaten und Toccaten) – Instrumentalmusik, die zu Beginn oder zwischen den Akten, als Fanfaren aus festlichem oder kriegerischem Anlass, zu Aufmärschen oder zum Tanz erklang. Und es wurden Lieder als Bestandteil der dramatischen Aussage gesungen, meist von Nebenfiguren wie Dienern oder Narren. Die Hauptfiguren singen nur, wenn sie verkleidet sind oder verwirrt wie Ophelia in «Hamlet» und Desdemona in «Othello». Was sie sangen, haben die Schauspieler wohl weitgehend selbst improvisiert oder aus dem Fundus all -gemein bekannter Melodien ausgewählt.
Licht in dieses Dunkel bringt ein neues Album des Hathor Consorts, das sich schon mehrfach für die Musik der Elisabethaner engagiert hat. Kernbestand des farbigen, ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 29
von Uwe Schweikert
arte
02.12. – 00.20 Uhr
Claudio Monteverdi: «Marienvesper» im Dom zu Worms
Mit der Aufführung am 2. Mai 2024 gastierten die Schwetzinger Festspiele erstmals im rheinischen Kaiserdom St. Peter zu Worms. Das Ensemble La fonte musica, spezialisiert auf Musik des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance, interpretiert die «Marienvesper» (Vespro della Beata...
Dialektisches Denken
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Im Januar 2025 feiert Peter Konwitschny seinen 80. Geburtstag. Schöpferisch ist er nach wie vor einer der besten Regisseure unserer Zeit; kürzlich erst hat er in Tokio die «Frau ohne Schatten» in Szene gesetzt. Die Oper Dortmund zeigt im Mai zyklisch seine grandiose «Ring»-Inszenierung, auch an anderen Häusern...
Wohl kein Komponist der neueren Musikgeschichte wird so ausschließlich mit einem einzigen Werk identifiziert wie Engelbert Humperdinck mit seiner Märchenoper «Hänsel und Gretel». Selbst die 1910 an der New Yorker Met uraufgeführten «Königskinder», damals ein weltweiter Sensationserfolg, führen heute ein Schattendasein. Das Stück leidet unter dem pseudopoetischen...
