Editorial
Kürzlich hat der Bundesverband der Musikindustrie (IFPI Deutschland) seinen Wirtschaftsbericht 2008 veröffentlicht. Zahlen, die der Branche – zumal den vier verbliebenen Großkonzernen (EMI, Sony, Universal, Warner) – wenig Freude bereiten: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Tonträgern sind weiter gesunken – in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um vergleichsweise moderate 4,7 Prozent (auf knapp 1,6 Milliarden Euro), weltweit in zweistelliger Höhe. Bestätigung für einen Trend, der seit fast zehn Jahren anhält.
Niemand weiß genau, ob die Tage von CD und DVD gezählt sind, wie manche Lobbyisten unken. Sicher ist, dass es Zuwächse lediglich bei legalen Musik-Downloads aus dem Internet gibt. Die Verluste im CD-Bereich lassen sich damit nicht ausgleichen.
Kein Wunder also, dass die Plattenfirmen sich nach neuen Geschäftsfeldern umsehen – und dabei mehr und mehr zu «Music Entertainment Companies» (IFPI-Geschäftsführer Stefan Michalk) mutieren, die alles unter einem Dach vereinen: Musikproduktion, Rechtehandel, Konzertmanagement, Ticketvertrieb, Merchandising. Künstler sind in diesem System nicht mehr und nicht weniger als Produkte, die sich auf dem Markt behaupten müssen. Wer nicht genügend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist schwer, der Versuchung zu widerstehen, den Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny als aktuellen Abgesang auf den Turbokapitalismus zu inszenieren. Zu gut passen die geschilderte Dekadenz, der gnadenlose Materialismus, die Dominanz des Geldes und der drohende Zusammenbruch zu den Schlagzeilen dieser Tage. Regisseur Thilo Reinhardt geht im Theater Trier einen...
Noch heute wird die 1957 (also im zweiten Jahr der Ära Karajan) herausgekommene «Madama Butterfly» unter Dimitri Mitropoulos, in der Sena Jurinac ihre erste Cho-Cho-San sang, zu den Sternstunden der Wiener Staatsoper gerechnet. Michael Gielen bekannte in einem Interview mit dem Autor, dass er durch diese Aufführung und vor allem dank Mitropoulos in dem vorher als...
Als sich Benjamin Britten Ende der 1960er Jahre mit der Vertonung von Thomas Manns «Tod in Venedig» zu beschäftigen begann, stellte er sich einer Herausforderung, die er sein ganzes Leben über gescheut hatte. «Ich bin so mutig, das Beste zu machen, was ich jemals geschaffen habe», äußerte sich der zu diesem Zeitpunkt schon schwerkranke Komponist – ein Mut, der sich...
