Dunkel getönt
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich etablierte Filmregisseure an der Gattung Oper messen – häufig allerdings mit wenig Fortune. Den jüngsten Versuch unternahm Cédric Klapisch, ein Regisseur und Drehbuchautor, der mit Komödien wie dem Zweiteiler «L’auberge espagnole» internationale Erfolge erzielt hatte. Am Théâtre des Champs-Elysées in Paris inszenierte er Mozarts «Zauberflöte».
Sein Konzept basiert auf der Ideenwelt Jean-Jacques Rousseaus und thematisiert grosso modo den Konflikt zwischen Natur und Kultur, verkörpert durch die Königin der Nacht und Sarastro.
Das Ergebnis weicht jedoch vor allem in visueller Hinsicht kaum von konventionellen Konzepten ab. Clémence Bezats sparsames Bühnenbild besteht im Wesentlichen aus zwei Kulissen; eine stellt einen Urwald dar (die Sphäre der Königin der Nacht), die andere eine Bibliothek (Sarastros Welt). Auch die fantasiereichen, mit einem Hauch französischer Haute Couture und japanischer Noblesse versehenen Kostüme von Stéphane Rolland und Pierre Martinez respektieren die Tradition.
Weit mehr als der Regisseur tritt an diesem Abend der brillante Drehbuchautor Klapisch hervor – als Verfasser der ins Französische übertragenen, mit geistreichen ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Stefano Nardelli
JUBILARE
Elena Moșuc, im rumänischen Iași geboren, studierte in ihrer Heimatstadt an der Hochschule für Kunst und Gesang sowie am Konservatorium «George Enescu» und debütierte bereits während dieser Zeit als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» am dortigen Opernhaus. Ferner sang sie an gleicher Stelle die Titelpartie in Donizettis «Lucia di Lammermoor» (Moșuc...
Wer bin ich, und wie kann ich mich davor verstecken», war die Leitfrage des «Enrico», mit dem Manfred Trojahn 1991 seine Karriere als Opernkomponist begann. Dort erkennt der durch den Sturz bei einem Maskenspiel wahnsinnig gewordene Protagonist, der sich fortan für den deutschen Kaiser Heinrich IV. hält, eine einzig -artige Chance: die Rolle auch nach dem...
Auf unserm Hof daheim hört man die Gänse schrein, kräht auch der Hahn»: Vielleicht ist es schon im tschechischen Original nicht unbedingt die erhabenste Poesie, die der verdiente Max Brod hier auf Deutsch nachgebildet hat. Aber hört man die dazugehörige Musik in Jaromír Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» den Abend über als Leitmotiv eines ländlichen...
