Düfte, Farben, Klänge
Clair-Obscur», so war jene 2021 erschienene CD betitelt, auf der Sandrine Piau die zwischen Licht und Schatten changierende spätromantische Liedkunst von Richard Strauss, Alexander von Zemlinsky und Alban Berg erkundete. Jetzt widmet sie sich, unter dem Stichwort «Reflet», den Widerspiegelungen von Poesie und Gesang in der französischen Musik des 19. Jahrhunderts. Ausgangspunkt der klingenden Reise ist «Le Spectre de la rose» aus Hector Berlioz’ «Les Nuits d’été» – die Erinnerung einer Blume, die nach einem nächtlichen Ball auf dem Kleid einer Frau langsam vertrocknet.
Piau singt dies Spiegelbild unsterblicher Liebe mit schlankem, dennoch leuchtend samtenem Ton, einer keuschen Grazie und bezaubernden Delikatesse der Wortpointierung. Jede Phrase, jedes Wort, jeder Ton besitzt Klang und Bedeutung. Nachsicht braucht Piau auch im Spätherbst ihrer technisch noch immer makellos geführten Stimme nicht.
Im weiteren Verlauf ihres Programms, das auch Henri Duparcs melancholische «Chanson triste» und seiner visionäre «L’Invitation au voyage» sowie vier Lieder des nach wie vor unterschätzten Charles Koechlin beinhaltet, werden die Schrecken des Schönen wie der Erotik immer dunkler und ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 34
von Uwe Schweikert
Die Vokalduette und Vokalquartette von Schubert, Schumann und Brahms führen ein Schattendasein; abseits der Lied-Hochburgen in Heidelberg, Hohenems und Stuttgart begegnet man ihnen kaum je im Konzertsaal. Noch schlechter ist es um die französischen Mélodies À deux voix bestellt, die selbst in ihrem Ursprungsland so gut wie unbekannt sind. Unter diesem Titel haben...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Bizet, Carmen: 3.
- Rossini, Il viaggio a Reims: 7., 13.
- Mozart, Zaïde (Fragment)/Czernowin, Adama: 27. (P) ML: Chung/Groß, I+B: Bar-zvi, K: Santos
Altenburg/Gera Theater Altenburg...
An der Dresdner Semperoper steuerte vor bald zwei Jahren Künstliche Intelligenz eine virtuelle Stimme, die Deutsche Oper Berlin sucht nach künstlichen Transformationen von Bilderwelten, und in Bayreuth kann man «Parsifal» mittels Augmented Reality auf einer zweiten Ebene verfolgen. Oper ist längst nicht nur noch analog. Was passiert, wenn man sie wahl -weise im...
