Verachtung

Die Bayerische Staatsoper in München präsentiert Mieczysław Weinbergs «Passagierin»,das Landestheater Linz zeigt Jacques Fromental Halévys «La Juive»

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Was der Mensch sei? Es ließe sich diese ewig ungelöste Frage auf sehr verschiedenartige Weise beantworten. Die pessimistische Variante wäre diejenige, die sich auf Dichter, Dramatiker und Denker von Sophokles über Hobbes, Kant, Hölderlin und Schopenhauer bis zu Gottfried Benn beruft und den Menschen als Ungeheuer in den imaginären Raum der Geschichte stellt. Man könnte aber auch in die Sphäre des Theologisch-Metaphysischen ausweichen und den biblischen Psalm 144, 4 zitieren: «Der Mensch ist wie ein Hauch, / und sein Leben wie ein Schatten, der vorüberfliegt.

» Nur an einem Ort kommt man, egal wie man die Dinge dreht und wendet, niemals vorbei – an Auschwitz.

Zofia Posmysz war dort, sie hat das Grauen des Konzentrationslagers überlebt und knapp zwei Jahrzehnte später einen Roman geschrieben, der es detailliert schildert: «Pasazerka», zu Deutsch: «Die Passagierin». Posmysz’ Roman bildet die Grundlage für eine der wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts, die nach ihrer in der Sowjetunion verhinderten Uraufführung Ende der 1960er-Jahre lange Zeit in der Schublade vor sich hin staubte, bevor sie erst konzertant (2006, in Moskau), dann vollgültig auch auf die Bühne gelangte; 2010 war das, ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten, Walter Weidringer

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