Dirigententriumph
Schon die ersten Takte vibrieren vor Energie. Das Pianissimo ist derart mit Spannung aufgeladen, dass es fast zu platzen scheint. Wer die frühen Verdi-Opern so dirigiert, erhebt sie in den Rang von Meisterwerken. Was Will Humburg mit dem Beethoven Orchester allein an psychologischer Feinzeichnung leistet, überwältigt. Die erste Szene des zweiten Akts von «I due Foscari» in Bonn ist pure Kammermusik. Da sitzt jeder Ton.
Das Stück hat dieses musikalische Niveau auch nötig. Denn die Handlung, die Francesco Maria Piave nach einem Drama von George Byron zusammenzimmerte, ist überschaubar.
Und die Oper überdies sehr kurz – manche dramaturgisch überflüssige Szene wirkt so, als sei sie noch schnell hinzukomponiert worden, um das Publikum auf den Sitzen zu halten.
Regisseur Philipp Kochheim begreift die Geschichte um politische Intrigen und Machtkämpfe in Venedig als Politthriller von heute. Der alte Doge Francesco Foscari – fulminant gesungen von Bariton-Veteran Lucio Gallo – kommt mit der neuen Technik nicht mehr mit, wird kontrolliert. Foscari ist längst zur Marionette geworden, die Strippen ziehen die machtgierigen Jungen; allen voran Loredano instrumentalisiert den Rat der Zehn für ...
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