«Diese Stücke schäumen vor Einfallsreichtum»
Herr Metzger, am Abend vor unserem Gespräch fand die letzte Vorstellung von Charles Tournemires Oper «Le petit pauvre d’Assise» in Ulm statt. Wie war die Reaktion des Publikums, war dieses unbekannte Werk gut besucht?
Gestern hatten wir knapp über 70 Prozent Platzausnutzung, das ist sehr anständig für so ein Projekt. Was die Wirkung auf unser Publikum betrifft: Ein guter Indikator ist immer der Moment nach den letzten Akkorden.
Nach dem geheimnisvollen Pianissimo dieses Schlusses herrschte gefühlt vier, fünf Sekunden lang Totenstille im Saal, kein Huster, gar nichts. Und dann gab es einen wunderbaren Applaus für alle Mitwirkenden.
Das Theater Ulm hat seit 2022 zwei Mal in der Opernszene Aufsehen erregt. Die Uraufführungen von lange vergessenen Werken von Tournemire wurden viel beachtet – haben Sie mit dieser Aufmerksamkeit und dem Erfolg gerechnet?
Nicht wirklich, so etwas kann man nicht prognostizieren, denn solche Produktionen bleiben ein Wagnis. Diese Musik hat ja durchaus ihre Ecken und Kanten und ist möglicherweise nicht jedermanns Sache. Ich halte die Musik beider Werke für unfassbar gut. «La Légende de Tristan» und «Le petit pauvre dAʼssise» schäumen über vor Kreativität ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 36
von Götz Thieme
Das Opernhaus Zürich ist «Opernhaus des Jahres». Aktuell. Vielleicht muss man aber weit zurückgehen, um dieEigenheit dieses Hauses zu begreifen. Etwa in die Corona-Zeit. Es ist der Herbst 2020. Abstandsregeln machen in Deutschland Aufführungen nahezu unmöglich. Am Zürichsee ist man da entspannter, ins Opernhaus dürfen 900 von potenziell 1150 Gästen, aber das ist...
Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere...
Silvia Adler
DARMSTADT
Opernwelt
1. Die Oper Frankfurt
2. Nicholas Brownlee; Jana Baumeister; Alyona Rostovskaya
3. Nadja Loschky mit ihrer Inszenierung von Alban Bergs «Lulu» an der Oper Frankfurt, die kompromisslos in menschliche Abgründe leuchtet und gleichzeitig Bilder von irisierender Schönheit hervorbringt
4. Thomas Guggeis, insbesondere für Alban Bergs...
