Die pure Imagination

Janáček: Das schlaue Füchslein MAINZ | STAATSTHEATER

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In die abstrakten Rakel-Bilder Gerhard Richters kann man vieles hineindeuten. Auch einen impressionistischen, gelb-grün gehaltenen Lichterdom eines Waldstücks. Und genauso sieht in Mainz der an Richters Stil angelehnte Bühnenhintergrund aus für Janáčeks Tier-Oper «Das schlaue Füchslein». Doch halt! Erleben wir hier wirklich singende Tiere auf der Bühne? Im Grunde ist Janáčeks Ansatz ein ähnlicher wie der von Richter. Die Vorstellung von singenden Tieren muss sich in unserem Kopf ergeben. Die Imagination des Komponisten jedenfalls ist perfekt.

Seine Methode, Sprachmelodien auf die Instrumente zu übertragen, hat er in diesem Fall auch auf die Sphäre des Animalischen ausgeweitet. Der Regisseur Erik Raskopf folgt dieser technisch perfektionierten Vorspiegelung einer merkwürdigen Realität. Die Sängerinnen und Sänger stellen auf Christoph Schubigers Bühne Tiere nicht dar, sie verkörpern sie mit schön und genau gearbeiteten Masken. Lediglich die Schar der Hühner, schon im Original die am deutlichsten domestizierte und entfremdete Legebatterietruppe, tritt als spießiges Damenkränzchen mit Handtäschchen auf. Selbst die widerspenstig gesinnte Füchsin kann sie nicht befreien. Sondern nur ...

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Opernwelt August 2025
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Bernd Künzig

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