Der Duft von Flieder

Julie Cherrier-Hoffmann interpretiert «La Voix humaine» und für Orchester gesetzte Lieder von Francis Poulenc

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Die Wege zur Liebe sind, wie die Wege der Liebe selbst, häufig verschlungen. Auch bei Jean Anouilh, den wir vor allem als «Übersetzer» des antiken Antigone-Stoffes kennen. Sein Poem «Les Chemins de l’amour» beweist, wie gewandt der Dramatiker auf diesem Gebiet war, und so verwundert es wenig, dass Francis Poulenc die Verse zu einer Mélodie für Gesang und Klavier vertonte.

Eine charmant-leichthändige, nach Flieder duftende Schwärmerei im Dreivierteltakt, deren musikalische Vorlage ein Walzer bildet – was wiederum den Dirigenten Frédéric Chaslin anregte, sie für Orchester zu setzen.

Chaslin beherrscht dieses Handwerk; die «Transformation», vom Orchestra del Teatro La Fenice di Venezia unter seiner Leitung nuancenreich interpretiert, atmet den (freien) Geist des Originals. Auch Julie Cherrier-Hoffmann ist die richtige Interpretin für diese Art von Musik. Ihr kachelofenwarm timbrierter Sopran flattert wie ein Schmetterling durch die imaginäre Luft; er besitzt Farben, Schattierungen und das gewisse Etwas, um diese geistreich-unterhaltsame Musik zum Schweben zu bringen. Nur ist Cherrier-Hoffmann auch die geeignete Interpretin für Poulencs magischdunkle Mono-Oper «La Voix humaine»? Die ...

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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Virginie Germstein

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