Der Duft von Flieder
Die Wege zur Liebe sind, wie die Wege der Liebe selbst, häufig verschlungen. Auch bei Jean Anouilh, den wir vor allem als «Übersetzer» des antiken Antigone-Stoffes kennen. Sein Poem «Les Chemins de l’amour» beweist, wie gewandt der Dramatiker auf diesem Gebiet war, und so verwundert es wenig, dass Francis Poulenc die Verse zu einer Mélodie für Gesang und Klavier vertonte.
Eine charmant-leichthändige, nach Flieder duftende Schwärmerei im Dreivierteltakt, deren musikalische Vorlage ein Walzer bildet – was wiederum den Dirigenten Frédéric Chaslin anregte, sie für Orchester zu setzen.
Chaslin beherrscht dieses Handwerk; die «Transformation», vom Orchestra del Teatro La Fenice di Venezia unter seiner Leitung nuancenreich interpretiert, atmet den (freien) Geist des Originals. Auch Julie Cherrier-Hoffmann ist die richtige Interpretin für diese Art von Musik. Ihr kachelofenwarm timbrierter Sopran flattert wie ein Schmetterling durch die imaginäre Luft; er besitzt Farben, Schattierungen und das gewisse Etwas, um diese geistreich-unterhaltsame Musik zum Schweben zu bringen. Nur ist Cherrier-Hoffmann auch die geeignete Interpretin für Poulencs magischdunkle Mono-Oper «La Voix humaine»? Die ...
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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Virginie Germstein
Die Uraufführung von «X: The Life and Times of Malcolm X» an der New York City Opera 1986 traf im Konservatismus der Ära Reagan sowie der daraus resultierenden Re-Ikonisierung des US-amerikanischen Bürgerrechtlers genau den Zeitgeist. Dennoch wurde das Stück anschließend kaum gespielt. Nach dem (CD- und) Bühnen-Revival durch das Boston Modern Opera Project 2022 war...
alpha
01.01. – 19.05 Uhr
Opern- und Operettengala
In einem Konzert aus dem Herkulessaal präsentierten Ivan Repušić und das Münchner Rundfunkorchester 2015 mit Golda Schultz und Sergey Skorokhodov einen Abend quer durch das Belcanto-Repertoire.
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01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert aus Venedig
Fabio Luisi und das Orchestra del Teatro La Fenice eröffnen das Jahr...
Nono klagt an, und seine Sprache ist Feuer.» Das schreibt 1963 der Komponist Karl Amadeus Hartmann über den 39 Jahre alten, künstlerisch und auch persönlich sperrigen Venezianer Luigi Nono. Im konservativen Westdeutschland der Adenauerzeit eckt der bekennende Kommunist Nono mit seiner künstlerischen Aufarbeitung der faschistischen Gewaltherrschaft und seinem...
